Baden-Württemberg will EU-KI-Regeln entfesseln – weniger Bürokratie, mehr Innovation

Juan Mentzel
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Eine Europakarte mit verschiedenen Grüntönen, die unterschiedliche EU-Regionen darstellen, sowie das Logo des European Environmental Bureau (EEB) oben links.Juan Mentzel

Baden-Württemberg will EU-KI-Regeln entfesseln – weniger Bürokratie, mehr Innovation

Der deutsche Bundesrat hat einen Schritt unternommen, um die künftigen EU-Regeln zur künstlichen Intelligenz mitzugestalten. Der Wirtschaftsausschuss billigte einen Antrag Baden-Württembergs, der Bürokratie abbauen und gleichzeitig Innovation fördern soll. Die Verantwortlichen hoffen, dass dieser Vorstoß die Position Deutschlands als Wirtschaftsstandort stärkt, ohne die Sicherheitsstandards für KI zu gefährden.

Die von Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut vorangetriebene Initiative betont die Notwendigkeit einer ausgewogenen Regulierung. Sie warnte, dass übermäßige Vorschriften die digitale Souveränität Europas und seine globale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen könnten. Der Antrag fordert klarere Dokumentationspflichten, bessere Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen sowie einen offenen Dialog mit Start-ups.

Konkrete Maßnahmen umfassen die Schaffung niedrigschwelliger Testumgebungen für die KI-Entwicklung und die Straffung der Aufsichtsstrukturen. Zwar hat die Europäische Kommission die Forderungen Baden-Württembergs nicht direkt aufgegriffen, doch mit dem Digitalen Omnibus bereits Reformen eingeleitet, um die Umsetzung des KI-Gesetzes zu erleichtern. Bisherige Änderungen sehen eine zentralisierte Aufsicht durch das KI-Büro, geringere Compliance-Anforderungen für KMU und mildere Sanktionen vor. Zudem wurden Fristverlängerungen – insbesondere für Transparenzvorgaben nach Artikel 50 – beschlossen. Weitere Anpassungen beinhalten einen neuen Rechtsrahmen für die Erkennung von Verzerrungen unter Verwendung sensibler Daten (Artikel 4a), EU-weite KI-Testräume sowie eine engere Abstimmung mit dem Cyber-Resilienz-Gesetz und dem Daten-Gesetz.

Der Antrag steht im Einklang mit bestehenden EU-Vereinfachungen wie längeren Übergangszeiten und gezielten Entlastungen für kleinere Unternehmen. Baden-Württembergs Vorstoß spiegelt die allgemeinen Bestrebungen wider, KI-Regeln praxistauglich zu gestalten, ohne die Innovationskraft zu bremsen. Die endgültige Abstimmung über den Antrag findet während der Plenarsitzung des Bundesrates am 6. März 2026 statt.

Eine Annahme des Antrags würde Deutschlands Absicht unterstreichen, die EU-KI-Politik im Sinne von Flexibilität und Wachstum mitzugestalten. Bei einer Zustimmung könnten Unternehmen weniger administrative Hürden erwarten und aufstrebende Technologiefirmen mehr Unterstützung erhalten. Das Ergebnis hängt von der Entscheidung des Bundesrates im kommenden März ab.

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