04 April 2026, 00:46

Sechs Gemeinden gründen Genossenschaft gegen den wachsenden Ärztemangel in der Region

Eine Gruppe von Krankenschwestern in weißen Uniformen posiert für ein Foto auf dem Rasen vor einem Krankenhaus in Kenia, mit Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund und Text oben und unten auf dem Bild.

Sechs Gemeinden gründen Genossenschaft gegen den wachsenden Ärztemangel in der Region

Sechs Gemeinden im Raum Bopfingen, Ries und Härtsfeld haben sich zusammengeschlossen, um ein wachsendes Problem anzugehen: den Mangel an Hausärzten. Gemeinsam gründeten sie die Genossenschaft "IpfMED", um die langfristige medizinische Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem fast die Hälfte der aktuellen Ärzte in der Region das Rentenalter erreicht.

Die Genossenschaft wurde offiziell ins Leben gerufen, als die Bürgermeister von Bopfingen, Lauchheim, Kirchheim am Ries, Riesbürg, Unterschneidheim und Westhausen die Satzung unterzeichneten. Ihr Ziel ist klar: "IpfMED" soll bestehende Praxen übernehmen oder neue medizinische Versorgungszentren gründen, um Ärzten bessere Arbeitsbedingungen zu bieten. Damit wollen sie Mediziner in einer Region gewinnen und halten, in der unbesetzte Stellen immer häufiger werden.

Flexibilität steht im Mittelpunkt des Modells. Gemeinden können je nach Bedarf der Genossenschaft beitreten oder sie verlassen, wobei sich die finanziellen Beiträge nach der Einwohnerzahl richten. Auch Ärzte zahlen einen Anteil für die Teilnahme. Markus Knoblauch aus Westhausen und Gunter Bühler aus Bopfingen wurden in den Vorstand gewählt, während Josef Bühler als Stellvertreter fungiert.

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Handlungsbedarf besteht dringend. Zwar ist die Hausarztversorgung in der Region Bopfingen/Ries derzeit noch zu 94 Prozent abgedeckt, doch 44 Prozent der Ärzte sind über 60 Jahre alt und stehen kurz vor dem Ruhestand. In ganz Baden-Württemberg häufen sich die unbesetzten Stellen – ein Trend, der sich nicht abschwächen lässt. Bopfingens Bürgermeister Gunter Bühler bezeichnete "IpfMED" als eine notwendige "Notlösung", solange es keine landesweite Strategie gebe.

Der Ostalbkreis hat Unterstützung zugesagt und stellt eine einmalige finanzielle Förderung bereit, um das Projekt auf den Weg zu bringen. Zudem verwiesen die Verantwortlichen auf weitere Initiativen wie Stipendienprogramme und die Kampagne "LAND.KREIS.ARZT", die Teil der umfassenderen Bemühungen zur Bekämpfung des Ärztemangels sind.

Mit "IpfMED" wollen die sechs Gemeinden die medizinische Versorgung stabilisieren, bevor die anstehenden Ruhestände Lücken im System hinterlassen. Der Erfolg der Genossenschaft hängt davon ab, ob es gelingt, Ärzte zu gewinnen und die Praxen am Laufen zu halten. Nun bleibt abzuwarten, ob dieser lokale Ansatz die Belastung für das überlastete Gesundheitssystem lindern kann.

AKTUALISIERUNG

Broader Crisis: Baden-Württemberg's Doctor Shortage Worsens

The IpfMED initiative addresses a systemic regional crisis. New data reveals:

  • 1,000 unfilled general practitioner positions across Baden-Württemberg (up from 620 in 2019)
  • Specialist shortages worsening in psychiatry, pediatrics and dermatology
  • 'The model is very flexible and can help plug gaps in the care network,' says Oliver Schäfer, highlighting similar challenges in the Bodensee district