CDU in der Krise: Sozialpolitik spaltet Partei vor dem Bundesparteitag
Marko MargrafSozialstaat-Debatte: CDU-Arbeitsflügel fordert mehr Führung von Merz - CDU in der Krise: Sozialpolitik spaltet Partei vor dem Bundesparteitag
Vor dem Bundesparteitag am Wochenende steht die CDU wegen ihrer Sozial- und Wohnungsbaupolitik in der internen Kritik. Dennis Radtke, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der Union Berlin, hat sich gegen die jüngsten Vorschläge der Partei ausgesprochen und warnt, diese könnten dem Ruf der Christdemokraten schaden. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Kanzler Friedrich Merz in Stuttgart seine Wiederwahl als Parteichef anstrebt.
Radtke betonte die wachsende Unzufriedenheit in der Partei über die Handhabung der Debatten zu Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Viele der vorliegenden Konzepte seien zu stark von wirtschaftsliberalen Ansätzen geprägt und vernachlässigten die Bedürfnisse der Beschäftigten, so seine Kritik. Der Mangel an einer geschlossenen Strategie schwäche das Bild der CDU in der Öffentlichkeit – besonders problematisch angesichts stagnierender Umfragewerte.
Seit Anfang 2026 pendelt die Union Berlin in Meinungsforschungen zwischen 24 und 27 Prozent, liegt damit hinter der aufstrebenden AfD, während die Grünen an Unterstützung verlieren. Auch Merz' eigene Zustimmungswerte sind gespalten: Mitte Januar waren 43 Prozent der Bürger mit seiner Arbeit zufrieden, 52 Prozent jedoch unzufrieden. Radtke warnte, ohne klarere Führung drohe der CDU ein weiterer Bedeutungsverlust.
Ein zentraler Kritikpunkt Radtkes ist die Wohnungsnot. Er bezeichnete das Thema als "soziale Zeitbombe" und forderte die Partei auf, konkrete Lösungen voranzutreiben. Seine Hoffnungen ruhen nun auf einem geplanten Beschlussantrag zum Parteitag, der Miet-, Wohnungsbau- und Wohneigentumsfragen behandeln soll. Zwar räumte Radtke ein, dass die Ausarbeitung eines umfassenden Plans nicht allein in Merz' Verantwortung liege – doch er pochte auf bessere Abstimmung, um zersplitterte Vorschläge zu vermeiden.
Der Bundesparteitag der CDU an diesem Wochenende wird zeigen, ob es Merz gelingt, die Partei in der Sozial- und Wohnungsbaupolitik zu einen. Radtkes Kritik unterstreicht den Druck, einen geschlosseneren Kurs zu verfolgen – insbesondere in Fragen, die Arbeitnehmer und Mieter betreffen. Das Ergebnis könnte wegweisend sein für die weitere Ausrichtung der Union Berlin, die in den Umfragen wieder an Boden gewinnen will.
CDU's Merz faces sharp decline in approval as internal critics warn of political risks
New polling data reveals a dramatic drop in public confidence in the Merz government. Key findings include:
- Only 15% of citizens now approve of the federal administration's performance.
- Radtke called the Deutschlandtrend results 'alarmierend', stressing the need for urgent policy direction.
- He warned that inflation fears and one-sided demands on workers risk deepening the party's crisis.






