Hohentengen baut Deutschlands schnellstes Internet – ganz ohne Fördergelder
Marko MargrafHohentengen baut Deutschlands schnellstes Internet – ganz ohne Fördergelder
Ein kleines Städtchen in Baden-Württemberg bietet nun eines der schnellsten Internets Deutschlands
Hohentengen am Hochrhein hat ein 90 Kilometer langes Glasfasernetz aufgebaut, das Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s liefert. Das Projekt überzeugt durch seine Schnelligkeit, Erschwinglichkeit und den Verzicht auf staatliche Fördergelder.
Das Netz der Gemeinde umfasst über 10.000 Kilometer Kabel und verbindet nahezu alle Haushalte. Im Gegensatz zu vielen Breitbandprojekten verzichtete Hohentengen auf schwere Baumaschinen und Straßensperren – stattdessen kam ein minimalinvasives Verfahren zum Einsatz, das die Beeinträchtigungen während des Infrastrukturausbaus gering hielt.
Die lokale Verwaltung investierte fast drei Millionen Euro in das Vorhaben, weitere Mittel stammten aus Krediten. Nach über einem Jahr Wartezeit auf die Bewilligung lehnte die Gemeinde zudem staatliche Fördermittel in Höhe von mehr als 2,25 Millionen Euro ab. Stattdessen übernahmen der kommunale Anbieter MOKO und die Managementfirma MKTH GmbH den Betrieb des Netzes.
Die Einwohner zahlen nun 69 Euro monatlich für ein Paket aus Internet, Telefon und Fernsehen. Beeindruckende 96 Prozent der Haushalte haben sich für das kommunale Breitbandnetz entschieden. Der Erfolg hat sogar dazu geführt, dass Hohentengen den gesamten Landkreis Waldshut bei der Errichtung eines ähnlichen Backbone-Netzes berät.
Das Projekt beweist, dass Hochgeschwindigkeitsinternet effizient und ohne große staatliche Unterstützung realisierbar ist. Mit einer nahezu flächendeckenden Nutzung ist der Ansatz der Gemeinde zum Vorbild für andere geworden. Der kostengünstige, leistungsstarke Service zieht weiterhin Aufmerksamkeit in der gesamten Region auf sich.






