14 June 2026, 14:20

Neue Wehrerfassung ab 2008: Jeder vierte junge Mann fehlt noch in der Meldestatistik

"Unfollow Bundeswehr"

Neue Wehrerfassung ab 2008: Jeder vierte junge Mann fehlt noch in der Meldestatistik

Neue Wehrerfassungsplicht für junge Männer ab Jahrgang 2008 – jeder vierte Betroffene noch nicht gemeldet

Seit diesem Jahr gilt eine neue Wehrerfassungspflicht für junge Männer, die 2008 oder später geboren wurden. Bis Anfang Mai blieb etwa ein Viertel der geforderten Meldungen aus – wer sich nicht registriert, riskiert Bußgelder. Die Maßnahme ist Teil der Pläne, die Bundeswehr bis 2035 deutlich auszubauen.

Seit dem 1. Januar müssen alle wehrpflichtigen jungen Männer einen Erfassungsbogen ausfüllen. Aktuell zählt die Bundeswehr knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten – damit ist bereits das Mindestziel für 2026 erreicht, das im Wehrpflichtgesetz festgelegt wurde. Bis 2035 soll die Truppe jedoch auf mindestens 255.000 Personen anwachsen.

Scharfe Kritik von der Linken: „Nein zur Wehrpflicht, nein zur Militarisierung!“

Die Linke lehnt die allgemeine Dienstpflicht entschieden ab. Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, rief auf einem „Anti-Wehrpflicht-Festival“ zum Widerstand gegen die Erfassung auf. „Nein zum Wehrdienst, nein zur Militarisierung und nein zu einer Regierung, die über euch und ohne euch entscheidet!“, erklärte sie. Reichinnek fragte zudem provokant, wer hier eigentlich freiwillig sei – die überwiegend junge Menge stehe eher auf Seiten ihrer Partei als auf der der Bundesregierung.

Daniel Lücking, militärpolitischer Berater der Linken und ehemaliger Soldat, bezeichnete die Wehrpflicht als überholt. Moderne Bedrohungen wie Sabotage könnten weitaus schneller Millardenschäden anrichten als klassische Militärmittel. Reichinnek ergänzte, dass ihre Partei zwar die Dienstpflicht ablehne, eine Debatte über gerechtere Berufschancen aber durchaus sinnvoll sei.

Alternative: Sozialjahr statt Kaserne Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, schlug stattdessen vor, die Schulpflicht um ein „soziales Pflichtjahr“ zu erweitern – etwa in der Rettungsdienste, bei der Feuerwehr oder auch bei der Bundeswehr.

Die Meldefrist ist zwar abgelaufen, doch viele junge Männer haben die Erfassung noch nicht vorgenommen. Die Linke bleibt bei ihrer Ablehnung der Wehrpflicht, während die gesellschaftliche Diskussion über allgemeine Dienstpflichten und den Fachkräftebedarf weitergeht. Die Bundeswehr hat zwar ihre Zwischenziele bereits erreicht – doch für die langfristigen Pläne muss noch nachgelegt werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle