Friedrichshafen bekommt Lernort zur Lufthansa-Entführung von 1977
In Friedrichshafen entsteht ein neues Bildungszentrum zur Lufthansa-Entführung von 1977
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) entwickelt das Projekt seit 2021 im Auftrag des Deutschen Bundestags. Diese Woche besichtigten Verantwortliche den Standort sowie das erhaltene Flugzeug Landshut, um die Pläne voranzutreiben.
Ziel der Initiative ist es, einen Lernort zu schaffen, der die komplexe Geschichte der Entführung aufarbeitet – kombiniert mit Fachforschung und Zeitzeugenberichten von Betroffenen.
Den Auftrag hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags unter Leitung des SPD-Abgeordneten Martin Gerster erteilt. Seither führte die bpb Gespräche mit dem Friedrichshafener Stadtrat, darunter eine nicht öffentliche Sitzung mit dem Finanz- und Verwaltungsausschuss. Auf der neuen Online-Plattform *www.bpb.de/lernort-landshut* finden Interessierte aktuelle Informationen und Materialien.
Standortsuche als zentrale Herausforderung Schon 2017 wurden Standorte wie das ehemalige Kasinogelände diskutiert, doch Bedenken wegen Verkehr und Lärm führten zu Widerstand. 2023 rückte das Industriegebiet Aitrang in den Fokus. 2025 laufen weiterhin Debatten über ökologische Auswirkungen und den Nutzen für die Region.
Interdisziplinärer Ansatz mit multimedialen Formaten Das Zentrum wird die Entführung aus historischer, politischer, ästhetischer und kultureller Perspektive beleuchten. Geplant sind Ausstellungen, digitale Angebote und Bildungsmaterialien, an denen Fachleute verschiedener Disziplinen sowie Zeitzeugen mitwirken.
"Keine einfache Geschichtserzählung, sondern Raum für Reflexion", betont bpb-Präsident Thomas Krüger. Das Lernort Landshut solle die kontroversen und vielschichtigen Aspekte des Ereignisses aufarbeiten.
Als zentraler Ort zur Aufarbeitung eines prägenden Moments der deutschen Geschichte wird das Projekt weiter ausgebaut. Nächste Schritte sind weitere Fachgespräche und die Einbindung der lokalen Bevölkerung.






