Baden-Württemberg stärkt seit zehn Jahren den Kampf gegen Extremismus mit System
Franka MeisterBaden-Württemberg stärkt seit zehn Jahren den Kampf gegen Extremismus mit System
Baden-Württemberg baut seine Maßnahmen gegen Extremismus seit einem Jahrzehnt konsequent aus
Seit über zehn Jahren verstärkt Baden-Württemberg systematisch seinen Kampf gegen Extremismus. Den Anfang machte 2015 das Anti-Terror-Paket, das mit besserer Abstimmung und Prävention der Radikalisierung begegnen sollte. Seither wurden die Initiativen kontinuierlich ausgebaut – mit spezialisierten Zentren und erweiterten Zuständigkeiten, um ein breiteres Spektrum an Bedrohungen zu bekämpfen.
Der Startschuss fiel im Februar 2015, als Baden-Württemberg sein Anti-Terror-Paket vorstellte. Ziel war es, Extremismus durch engere Zusammenarbeit zwischen Behörden und lokalen Akteuren vorzubeugen. Ein zentrales Ergebnis war die Gründung des Kompetenzzentrums zur Koordinierung des Präventionsnetzwerks gegen islamistischen Extremismus (KPEBW) im Innenministerium für Digitalisierung und Migration. Seine Aufgabe bestand darin, Landesbehörden, Kommunen und Nichtregierungsorganisationen zu einem einheitlicheren Vorgehen zusammenzuführen.
Bis 2018 weitete das Land den Fokus des Zentrums über den islamistischen Extremismus hinaus aus. Umbenannt in Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg (konex), nahm es nun auch den Rechtsextremismus in den Blick. Geplant war zudem, später Linksextremismus und ausländischen Extremismus in seinen Auftrag aufzunehmen. Die Erweiterung spiegelte die wachsende Notwendigkeit wider, verschiedenen Formen der Radikalisierung entgegenzutreten.
Seit seiner Gründung arbeitet konex eng mit lokalen Partnern zusammen, um die Prävention zu stärken. Es richtete regionale Netzwerke wie die konex-Regionalnetzwerke ein und veranstaltete bis 2023 über 1.000 Workshops und Veranstaltungen. Diese Angebote erreichten mehr als 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und behandelten Themen von der Deradikalisierung bis zu demokratischen Werten. Programme wie "Demokratie leben!" unterstützten Kommunen dabei, lokale Strategien gegen Extremismus zu entwickeln. Zudem baute das Zentrum Fortbildungen für Polizei, zivilgesellschaftliche Gruppen und Bildungseinrichtungen aus, um eine abgestimmte Reaktion zu gewährleisten.
Das Anti-Terror-Paket von 2015 sah zudem mehr Ressourcen für die Sicherheitsbehörden vor. Polizei und Verfassungsschutz erhielten zusätzliches Personal, um Überwachung und Eingreifmöglichkeiten zu verbessern. Diese Maßnahmen stärkten die Fähigkeit des Landes, extremistische Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden.
Heute basiert Baden-Württembergs Ansatz auf einer Kombination aus Prävention, Vernetzung und Strafverfolgung. Die erweiterte Rolle von konex und sein Partnernetzwerk haben die Extremismusprävention zu einer gemeinsamen Aufgabe in der gesamten Region gemacht. Mit kontinuierlichen Investitionen in Schulungen, lokale Projekte und Aufklärung strebt das Land an, seine Gesellschaften widerstandsfähiger gegen radikale Einflüsse zu machen.






