08 June 2026, 14:33

Zuckersteuer 2028: Warum die geplante Abgabe auf Süßgetränke so umstritten ist

Wie das Landwirtschaftsministerium Schön die Zuckerfortschritte Berechnet Hat

Zuckersteuer 2028: Warum die geplante Abgabe auf Süßgetränke so umstritten ist

Deutschlands geplante Zuckersteuer ab 2028 entfacht Debatte über umstrittene Erfolge bei der Zuckerreduktion

Offizielle Angaben deuteten auf einen Rückgang des Zuckergehalts um 15 Prozent seit 2018 hin – doch unabhängige Studien zeichnen ein anderes Bild. Gleichzeitig sind Getränke, die speziell an Kinder vermarktet werden, im gleichen Zeitraum noch süßer geworden.

2023 hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium einen Rückgang des Zuckeranteils in Erfrischungsgetränken um 15 Prozent zwischen 2018 und 2024 verkündet. Spätere interne Berichte zeigten jedoch, dass die tatsächliche Reduktion lediglich 9,1 Prozent betrug. Zudem bezog sich diese Zahl nur auf einen gewichteten Durchschnitt der marktführenden Produkte, nicht auf alle untersuchten Getränke.

Eine Analyse des Max-Rubner-Instituts ergab, dass sich der Zuckergehalt in den meisten gezuckerten Getränken in denselben Jahren kaum verändert hat. Seit 2022 ist der Gesamtzuckergehalt weitgehend stabil geblieben. Besonders problematisch: Getränke in kindgerechten Verpackungen enthielten 2024 sogar 23 Prozent mehr Zucker als noch 2019.

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Die geplante Zuckersteuer soll das Problem angehen, indem Hersteller je nach Zuckerkonzentration zur Kasse gebeten werden. Getränke mit weniger als 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter wären ausgenommen. Bei einem Gehalt von 5 bis 8 Gramm würde eine Abgabe von 26 Cent pro Liter fällig, stark gezuckerte Getränke würden mit 32 Cent zusätzlich belastet. Die Maßnahme soll jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen, stößt jedoch auf massiven Widerstand der Zucker- und Getränkeindustrie.

Kritiker befürchten, dass die Steuer die Preise für Verbraucher in die Höhe treibt, ohne zwangsläufig zu gesünderen Entscheidungen zu führen. Die Hersteller warnen vor Umsatz- und Arbeitsplatzverlusten in der Branche. Die Regierung betont hingegen, die Regelung sei notwendig, um die steigenden Zahlen von Fettleibigkeit und Diabetes einzudämmen.

Die Steuer soll 2028 in Kraft treten, doch ihre Wirkung bleibt ungewiss. Da der Zuckergehalt in vielen Getränken stagniert oder sogar steigt, hängt der Erfolg der Maßnahme von der Mitwirkung der Industrie und dem Verbraucherverhalten ab. Die Diskussion über ihre Gerechtigkeit und Effektivität wird voraussichtlich bis dahin anhalten.

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