20 June 2026, 02:22

Wiener Festwochen 2025: 75 Jahre Jubiläum zwischen Rekordbesuch und künstlerischen Provokationen

Wiener Festwochen: Nun kehrt Frieden in den Staat der Götter zurück

Wiener Festwochen 2025: 75 Jahre Jubiläum zwischen Rekordbesuch und künstlerischen Provokationen

Die Wiener Festwochen 2025 feiern 75-jähriges Jubiläum mit Rekordbesuch und künstlerischen Wagnissen

Die Wiener Festwochen 2025 blicken auf ihr 75-jähriges Bestehen zurück – mit einer noch nie dagewesenen Besucherzahl und mutigen künstlerischen Akzenten. Über 196.000 Gäste strömten zu den Veranstaltungen, fast zwei Drittel von ihnen erlebten die spektakuläre Eröffnung auf dem Heldenplatz. Als „das größte Stück aller Zeiten“ angekündigt, setzte das Programm von Anfang an hohe Maßstäbe.

Im Mittelpunkt des Festivals stand Milo Raus Republik der Götter, das fünf Wochen lang aufgeführt wurde. Die Produktion sorgte bereits im Frühjahr für gesellschaftspolitische Debatten, angeheizt durch Kontroversen um die selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco.

Einige Inszenierungen hinterließen besonders starke Eindrücke. Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben zählte zu den Höhepunkten. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor präsentierte sich als kraftvolles Manifest gegen Gewalt. Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete breite Anerkennung, wobei Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau besonders gefeiert wurde.

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Andere Produktionen stießen auf geteilte Resonanz. Susanne Kennedys Parsifal wirkte statisch, während Nestervals Neuinterpretation des Nibelungenstoffs nicht überzeugte. Gob Squads interaktives Stück Turn übertrumpfte zwar den Vorgänger Doppelgänger, erreichte aber nicht dessen kritischen Zuspruch. Auch Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel zählten zu den prägendsten Momenten des Festivals.

Mit einer noch nie erreichten Besucherzahl und einem vielfältigen Programm zeigte das Festival sowohl faszinierende als auch ambivalente künstlerische Positionen. Die Veranstaltung festigte einmal mehr Wiens Ruf als Schauplatz für anspruchsvolles und provokantes Theater.

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