07 June 2026, 14:27

Wie zwei Kinderreime das Leben im 19. Jahrhundert widerspiegeln

Ein Serienkiller, Die Beulenpest und Menschenopfer: Die Gruselige Hintergründe Von Sieben Kinderreimen

Wie zwei Kinderreime das Leben im 19. Jahrhundert widerspiegeln

Zwei klassische Kinderreime

Der Reim vom „Muffin Mann“ erschien erstmals 1820. Er beschreibt einen Händler, der in der Drury Lane lebte – einer echten Straße in London. Im 19. Jahrhundert verfügten viele Arbeiterfamilien über keine eigenen Küchen und waren auf Straßenverkäufer angewiesen, um sich zu ernähren. Das Lied spiegelt vermutlich diese alltägliche Realität wider, in der Händler lange Stunden arbeiteten, um Muffins und andere Backwaren anzubieten.

Eine unbelegte Behauptung deutet an, der Muffin Mann sei ein Serienmörder gewesen – doch dafür gibt es keinerlei Beweise. Der Reim bleibt ein schlichtes Abbild des städtischen Lebens jener Zeit.

Nuckelchen Dumm (im Original „Humpty Dumpty“) ist noch älter: Die erste überlieferte Version stammt aus dem Jahr 1797. In diesem frühen Text wird mit keinem Wort ein Ei erwähnt. Einige Historiker vermuten, der Reim beziehe sich auf öffentliche Trunkenheit – „Humpty Dumpty“ sei damals ein Slangausdruck für einen tollpatschigen, betrunkenen Menschen gewesen.

Beide Reime sind bis heute fester Bestandteil der britischen Kultur, auch wenn ihre genauen Ursprünge weiterhin diskutiert werden. Der „Muffin Mann“ verweist auf den Straßenhandel des 19. Jahrhunderts, während „Nuckelchen Dumm“ seine Geheimnisse bewahrt. Die Lieder werden noch immer gesungen – ihre Geschichte aber bleibt rätselhaft.

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