27 March 2026, 08:29

Wie private E-Autos das deutsche Stromnetz stabilisieren können

Liniengraph, der die Erzeugung von elektrischer Energie aus anderen Quellen von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Wie private E-Autos das deutsche Stromnetz stabilisieren können

Pilotprojekt in Deutschland zeigt: Private E-Autos können Stromnetz stabilisieren

Ein kürzlich durchgeführtes Pilotprojekt in Deutschland hat demonstriert, wie private Elektrofahrzeuge (E-Autos) dazu beitragen können, das Stromnetz zu stabilisieren. Über 700 Haushalts-E-Autos wurden an das Redispatch-System angeschlossen, sodass ihre Ladevorgänge je nach Netzanforderungen und Strompreisen angepasst werden konnten. Der von TransnetBW und Octopus Energy geleitete Versuch markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer effizienteren Nutzung dezentraler Energiequellen.

Im Rahmen des Projekts OctoFlexBW wurde die DA/RE-Plattform von TransnetBW mit dem KrakenFlex-System von Octopus Energy verknüpft. Diese Kombination ermöglichte eine Echtzeitsteuerung der Ladevorgänge, wobei optimiert wurde, wann und wie viel Strom jedes Fahrzeug bezog. Nutzer konnten ihr gewünschtes Ladeziel zu einem bestimmten Zeitpunkt vorgeben, während das System den Prozess so anpasste, dass die Netzlast ausgeglichen und die Kosten gesenkt wurden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mit rund 700 beteiligten Fahrzeugen erreichte das Projekt eine tägliche Flexibilitätskapazität von etwa zwei Megawattstunden. Die Ergebnisse belegten, dass das Laden von E-Autos vollständig in bestehende Redispatch-Maßnahmen integriert werden kann – und so den Bedarf an fossilen Kraftwerken verringert. Die Projektpartner plädieren nun für eine Anpassung der Regularien und schlagen ein marktbasiertes Modell namens "Redispatch 3.0" vor, um dezentrale Flexibilität weiter auszubauen.

Die Initiative passt zu den übergeordneten Zielen der Energiewende: Steuerbare Lasten in Niederspannungsnetzen könnten die Redispatch-Kosten deutlich senken. Bei einer Hochskalierung könnte eine Flotte von einer Million E-Autos täglich mehrere Gigawattstunden an Flexibilität bereitstellen – genug, um einen großen Teil des aktuellen Redispatch-Bedarfs in Deutschland zu decken. Ein Folgeprojekt namens DataFleX ist bereits in Planung, um noch mehr Fahrzeuge und Technologien einzubinden und an die Erfolge des Pilotversuchs anzuknüpfen.

Das OctoFlexBW-Projekt beweist, dass private E-Autos eine praktische Rolle in der Netzsteuerung spielen können. Durch die Anpassung der Ladezeiten verringerte das System die Belastung des Netzes und hielt die Kosten niedrig. Weitere regulatorische Änderungen und groß angelegte Projekte könnten diesen Ansatz zu einem festen Bestandteil der deutschen Energiestrategie machen.

Quelle