17 April 2026, 14:38

Von Herrenschneiderei bis Reiseanzeigen: Deutschlands neue Kulturschätze

Alter deutscher Volksfestplakat mit Burgen- und Häuserillustration, begleitet von Text.

Von Herrenschneiderei bis Reiseanzeigen: Deutschlands neue Kulturschätze

Deutschland hat neue Traditionen in seine Liste des anerkannten immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu den neuesten Ergänzungen zählen unter anderem Schaustellerei auf Jahrmärkten und die handwerkliche Herrenschneiderei. Die Entscheidungen wurden nach sorgfältiger Prüfung durch Kulturbehörden bekannt gegeben.

Auf der Liste finden sich auch skurrile lokale Bräuche wie eine historische Reiseanzeige und regionale Feste. Bekannte Elemente wie der Döner Kebab oder unabhängige Buchhandlungen schafften es hingegen nicht in die Auswahl.

Staatsminister für Kultur Wolfram Weimer präsentierte gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz und der Deutschen UNESCO-Kommission die aktualisierte Liste. Neu dabei ist die langjährige Tradition der Schausteller auf Volksfesten. Ein weiterer Höhepunkt ist das Handwerk der maßgeschneiderten Herrenmode, das nun offiziell als herausragende Fertigkeit gewürdigt wird.

Eine kurieuse Bereicherung ist die Anzeige aus dem 19. Jahrhundert mit der Aufschrift "Junger Mann zur Reise gesucht" – ein skurriles Relikt, das sich zu einem kulturellen Symbol entwickelt hat. Daneben wurden auch die Ostseefischerei, das Straßenfußballspielen auf dem Bolzplatz sowie die Martinsumzüge im Rheinland für ihre kulturelle Bedeutung anerkannt.

Nicht auf der Liste zu finden sind hingegen der Döner Kebab, linksalternative Buchhandlungen und selbst die SPD-Sommerfest-Bratwurst. Weimer, der für seine strenge Haltung bei staatlich geförderten Kulturprojekten bekannt ist, strich kürzlich ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen aus der Förderliste des Berliner Hauptstadtkulturfonds.

Die Anerkennung der deutschen Herrenschneiderei hat in Nachbarländern Diskussionen ausgelöst. Manche fragen sich, warum ausgerechnet dieses Handwerk hervorgehoben wurde, während andere Traditionen übergangen wurden.

Die aktualisierte Liste spiegelt nun eine Mischung aus alten Bräuchen und Nischentraditionen wider. Die Verantwortlichen betonen, dass nicht alle beliebten Traditionen für eine Anerkennung infrage kommen. Die Entscheidungen zeigen, wie das kulturelle Erbe Deutschlands sowohl sorgfältig ausgewählt als auch mitunter umstritten ist.

Weimers Umgang mit Förderung und Anerkennung prägt weiterhin, welche Traditionen offizielle Unterstützung erhalten. Die neuesten Ergänzungen werden in das wachsende Verzeichnis der geschützten immateriellen Kulturschätze Deutschlands aufgenommen.

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