Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Misshandlung
Juan MentzelTausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Misshandlung
Tausende gingen am Wochenende in Köln und Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Demonstrationen folgten einem aktuellen Der-Spiegel-Bericht über Vorwürfe digitaler Misshandlung, die Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, erhoben hatte. Kälte und Regen hielten die Menschen nicht davon ab, lautere Schutzmaßnahmen für Frauen zu fordern.
Am Samstag zogen in Köln mehr als 5.000 Menschen durch die Stadt und hielten Schilder mit Aufschriften wie "Girls just wanna be safe" hoch – eine Anspielung auf den 1980er-Hit von Cindy Lauper. Rednerinnen und Redner auf der Kundgebung forderten Männer auf, mehr Verantwortung im Kampf gegen frauenfeindliche Einstellungen und Gewalt zu übernehmen. Die Proteste spiegelten die wachsende Frustration über die anhaltenden Bedrohungen der Sicherheit von Frauen wider.
Am folgenden Tag versammelten sich in Bonn über 500 Demonstrantinnen und Demonstranten auf dem Marktplatz vor dem alten Rathaus. Organisiert wurde die Veranstaltung von einem Bündnis lokaler Parteien – Grünen, CDU, SPD und Volt –, was die breite politische Unterstützung für das Anliegen zeigte. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für strengere Gesetze zum Schutz von Frauen einzusetzen.
Die Proteste in beiden Städten machten die weitverbreitete Besorgnis im Rheinland deutlich. Die Teilnehmenden betonten, dass sexualisierte Gewalt ein dringendes Problem bleibt, das schnelles Handeln von Politik und Gesellschaft erfordert.
Trotz des schlechten Wetters brachten die Demonstrationen am Wochenende Tausende zusammen. Veranstalterinnen, Veranstalter und Teilnehmende forderten konkrete gesetzliche Änderungen und mehr Verantwortung. Die Proteste fanden vor dem Hintergrund einer erneuten öffentlichen Debatte statt, ausgelöst durch prominente Vorwürfe digitaler Misshandlung.






