19 April 2026, 12:31

Fuchsjagd in Baden-Württemberg: Warum Naturschützer gegen kürzere Schonzeiten kämpfen

Offenes Buch mit dem Titel "Der moderne Fuchs wählt oder der Fuchs jagt die Hunde" (1784) mit einer Illustration eines Mannes in Anzug und Hut umgeben von Tieren, Vögeln und Gegenständen.

Fuchsjagd in Baden-Württemberg: Warum Naturschützer gegen kürzere Schonzeiten kämpfen

In Baden-Württemberg ist ein Streit über die Jagd auf Rotfüchse entbrannt. Der Landesjagdverband drängt darauf, die Schonzeit für die Tiere zu verkürzen, mit der Begründung, dies komme gefährdeten Arten zugute. Naturschutzverbände hingegen halten die Argumente für irreführend und wissenschaftlich nicht belegt.

Der Jagdverband behauptet, dass die Bejagung von Füchsen während der Paarungszeit bodennistenden Vögeln wie Rebhühnern und Kiebitzen nütze. Als Hauptbedrohung für diese rückläufigen Arten werden von ihm Fressfeinde ausgemacht. Doch die Daten zeigen: Die Fuchsbestände in der Region sind seit 25 Jahren nicht gestiegen – im Gegenteil, sie sind sogar zurückgegangen.

Noch bis 2015 gab es in Baden-Württemberg überhaupt keine Schonzeit für Füchse. Dennoch gelang es den Jägern nicht, die Rebhuhnbestände zu stabilisieren. Und auch zwischen 2015 und 2020, als die Jagd weiterging, ließ sich kein messbarer Erfolg beim Artenschutz der Vögel verzeichnen.

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Der Wildtierschutz Deutschland bezeichnet die Argumente des Jagdverbands als täuschend. Studien bestätigen, dass die Fuchsjagd kaum oder gar keinen Einfluss auf die Fortpflanzung bodennistender Vögel hat. In anderen Regionen konnten Rebhuhn- und Kiebitzbestände erfolgreich geschützt werden – und zwar ohne die Bejagung von Beutegreifern.

Experten weisen zudem darauf hin, dass die Störung von Fuchsrudeln während der Paarungszeit oft dazu führt, dass junge Füchse sich zerstreuen. Diese massenhafte Verbreitung kann zu mehr Konflikten führen – nicht zu weniger.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob eine Verkürzung der Schonzeit die angestrebten Ziele überhaupt erreichen kann. Da die Fuchsbestände ohnehin rückläufig sind und es keine Belege dafür gibt, dass die Jagd bedrohter Vogelarten hilft, fehle der geplanten Regelung jede Grundlage, so die Kritik. Nun muss das Land entscheiden, ob es die vorgeschlagenen Änderungen umsetzen wird.

Quelle