Stuttgarter Apotheke nutzt erstmals digitale Rezeptabrechnung mit AOK Baden-Württemberg
Marko MargrafStuttgarter Apotheke nutzt erstmals digitale Rezeptabrechnung mit AOK Baden-Württemberg
Apotheke in Stuttgart als erste mit AOK Baden-Württemberg über Scanacs-Plattform abgerechnet
Eine Apotheke in Stuttgart hat als erste Papierrezepte mit der AOK Baden-Württemberg über die Scanacs-Plattform abgerechnet. Dies folgt Anpassungen im Arzneimittelversorgungsvertrag (AVV), der nun einen einheitlichen Abrechnungsprozess für alle Apotheken in der Region vorschreibt.
Das neue System ermöglicht es Apotheken, sowohl elektronische als auch Papierrezepte innerhalb desselben Monats ohne zusätzlichen Aufwand oder Abrechnungsgrenzen zu bearbeiten. Die Änderung erfolgte nach einer Aktualisierung des AVV, um die Abrechnung für Apotheken in Baden-Württemberg zu vereinfachen. Nach den neuen Regeln müssen alle Abrechnungen eines Monats über eine Methode abgewickelt werden – entweder durch Eigenabrechnung oder über eine Clearingstelle. Eine Kombination beider Verfahren für denselben Zeitraum ist nicht mehr zulässig.
Im Januar testete eine Stuttgarter Apotheke das System, indem sie Muster-16-Rezepte im Wert von über 80.000 Euro über Scanacs abrechnete, darunter ein einzelnes Rezept mit einem Wert von mehr als 40.000 Euro. Die Plattform stellt sicher, dass die Zahlungen innerhalb von zehn Tagen direkt von der Krankenkasse an die Apotheken erfolgen.
E-Rezepte werden weiterhin über die Apo-TI-Schnittstelle direkt an Scanacs zur Rechnungsstellung übermittelt. Das Unternehmen plant, den Prozess weiter zu optimieren, damit er nach Ende der Übergangsphase zur Routine wird. Wichtig ist, dass in den Apotheken keine Scanner installiert werden müssen.
Scanacs-Geschäftsführer Frank Böhme bezeichnete die Entwicklung als Meilenstein für die Plattform. Er sprach von einem Durchbruch und kündigte an, das Modell in künftigen Verhandlungen mit anderen Krankenkassen zu nutzen. Ziel sei es, die einheitliche Abrechnung zum Branchenstandard zu machen.
Das neue Abrechnungssystem spart Apotheken zusätzliche Arbeitsschritte und sorgt für schnellere Zahlungen. Zudem können sie Papier- und E-Rezepte gemeinsam im selben Monat bearbeiten. Scanacs erwartet, dass der Prozess nach Abschluss der Übergangsphase vollständig zur Routine wird.






