10 June 2026, 22:26

Stuttgart 21 wird zur nationalen Blamage: Fertigstellung erst 2031

Deutschlands Schienen-Flaggschiff-Projekt verzögert sich bis 2031, nachdem über 1.000 km Kabel falsch verlegt wurden

Stuttgart 21 wird zur nationalen Blamage: Fertigstellung erst 2031

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir hat das Projekt Stuttgart 21 als eine wachsende nationale Blamage bezeichnet. Das von Problemen geplagte Bahnvorhaben sieht sich nun weiteren Verzögerungen und explodierenden Kosten gegenüber – die Fertigstellung wurde auf das Jahr 2031 verschoben. Die wiederholten Rückschläge haben bundesweit scharfe Kritik ausgelöst.

Die jüngsten Schwierigkeiten des Projekts gehen auf überstürzte Bauarbeiten zurück. Mehr als 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen wurden verlegt, noch bevor die endgültigen technischen Pläne für das digitale Stellwerkssystem vorlagen. Ein Großteil davon muss nun ausgetauscht werden.

Stuttgart 21 sollte eigentlich Deutschlands erste voll digitalisierte Großbahnstrecke werden und auf das europäische Zugsicherungssystem ETCS sowie digitale Stellwerke setzen. Doch die Fehler haben den Fortschritt zum Erliegen gebracht. Güterzüge ohne ETCS werden in den Außenbereichen weiterhin auf konventionelle Signale angewiesen sein, was die Komplexität erhöht.

Hinzu kommen weitere Probleme: Mängel in der Notstromversorgung, Fehler an Bahnsteigen und Bodenbelägen. Die Kombination dieser Schwierigkeiten macht das Ziel einer Teileröffnung 2026 unerreichbar. Die Kosten sind mittlerweile auf über 11 Milliarden Euro angestiegen.

Die vollständige Inbetriebnahme des unterirdischen Durchgangsbahnhofs und des digitalen Eisenbahnknotens ist nun für 2031 vorgesehen. Die immer neuen Verzögerungen und die steigenden Ausgaben haben den Ruf des Projekts als Quelle nationaler Verärgerung weiter gefestigt. Die Verantwortlichen arbeiten weiterhin an der Behebung der technischen und baulichen Mängel.

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