25 April 2026, 00:34

Streit um Reform des Landesverfassungsgerichts in Mecklenburg-Vorpommern

Alte 19. Jahrhundert-Karte von Deutschland, die ihre politischen Teilungen zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

Streit um Reform des Landesverfassungsgerichts in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommerns Regierungsbündnis treibt Reform des Landesverfassungsgerichts voran

Die rot-rot-grüne Koalition aus SPD, Grünen und Linken will die Besetzung der Richterposten am Landesverfassungsgericht ändern und bestehende Regelungen in der Verfassung verankern. Kritiker wie AfD und CDU haben bereits Bedenken gegen die geplanten Reformen geäußert.

Die Koalition begründet den Vorstoß damit, dass künftig Blockaden bei Richterernennungen vermieden werden sollen. Aktuell ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich – über die die Regierung nicht verfügt. Künftig soll das Gericht bei einer "Pattsituation" innerhalb von sechs Monaten eigene Vorschläge für Nachbesetzungen unterbreiten können, die der Landtag dann mit absoluter Mehrheit bestätigt.

Zudem sollen geltende Bestimmungen verfassungsfest geschrieben werden, darunter eine Amtszeitbegrenzung auf zwölf Jahre und eine Altersgrenze von 68 Jahren. Befürworter argumentieren, dies schütze das Gericht vor tagespolitischen Auseinandersetzungen und garantiere Stabilität.

Die Opposition zeigt sich kämpferisch. AfD-Politiker Enrico Schult warf der Koalition einen "Verfassungstrick" vor, um das Gericht langfristig "links" auszurichten. CDU-Fraktionschef Daniel Peters lehnte die Pläne ab und forderte stattdessen, die Demokratie durch Vertrauen und offene Debatten zu stärken.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Debatte ist nicht neu: 2020 hatte die Ernennung von Barbara Borchardt zur Verfassungsrichterin wochenlange Kontroversen ausgelöst. Ihre politische Vergangenheit und frühere Äußerungen standen in der Kritik – ein Beispiel für die Spannungen um die Unabhängigkeit der Justiz.

In Sachsen-Anhalt war kürzlich eine ähnliche Reform mit breiter Zustimmung beschlossen worden: CDU, Linke, SPD, FDP und Grüne hatten sich auf Änderungen am Landesverfassungsgericht geeinigt. Doch in Mecklenburg-Vorpommern sieht die politische Landschaft anders aus. Aktuell führt die AfD in Umfragen mit 34 Prozent, gefolgt von der SPD mit 26 und der CDU mit 12 Prozent. Die Linke, Teil der Regierungskoalition, kommt auf 10 Prozent, Grüne und BSW liegen jeweils bei 5 Prozent.

Noch ist die Reform nicht endgültig beschlossen. Sollte sie durchkommen, würde sie die Richterwahl reformieren und zentrale Regelungen verfassungsrechtlich absichern. Ob das gelingt, hängt davon ab, ob die Koalition die Opposition und Skepsis in der Bevölkerung überwinden kann.

Quelle