Sabotageakt auf Rheintalbahn: Betonplatten stoppen ICE-Zug bei Willstätt
Franka MeisterSabotageakt auf Rheintalbahn: Betonplatten stoppen ICE-Zug bei Willstätt
Unbekannte Täter legten Betonplatten und ein Kabel auf Gleise bei Willstätt
In den frühen Morgenstunden des 5. April platzierten unbekannte Täter Betonplatten und ein Kabel auf die Eisenbahnschienen in der Nähe von Willstätt. Ein ICE-Zug stieß gegen 5:41 Uhr auf die Hindernisse, was zu erheblichen Behinderungen im Bahnverkehr führte. Die Bundespolizei hat inzwischen Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.
Der Vorfall ereignete sich auf der Rheintalbahn, wo die abgelegten Gegenstände von einem vorbeifahrenden Hochgeschwindigkeitszug erfasst wurden. Durch die Kollision riss das Kabel, wodurch Schranken an einem Bahnübergang dauerhaft geschlossen blieben. In der Folge musste der Zugverkehr vorübergehend unterbrochen werden, um Reparaturen zu ermöglichen. Es kam zu geringfügigen Verspätungen.
Das Ausmaß des Sachschadens wird noch geprüft. Der Fall reiht sich in eine Reihe von Bahnsabotageakten in Deutschland ein. Allein im Jahr 2025 registrierten die Behörden bundesweit 321 Verdachtsfälle – mit Nordrhein-Westfalen als besonders betroffenem Bundesland, wo fast 90 Vorfälle verzeichnet wurden, die höchste Zahl aller Regionen. Gefährliche Eingriffe in den Schienenverkehr verdreifachten sich in NRW auf sechs Fälle, während politisch motivierte Straftaten gegen Verkehrsinfrastrukturen zwischen 2022 und 2024 insgesamt 776 Mal dokumentiert wurden. Rund 70 Prozent davon wurden dem linksextremistischen Spektrum zugeordnet.
Die Ermittlungen führt die Bundespolizeiinspektion Offenburg. Für Medienanfragen steht sie unter der E-Mail-Adresse [email protected] oder telefonisch unter 49 781 9190-1010 zur Verfügung. Aktuelle Informationen könnten auch über den Twitter-Account @bpol_bw geteilt werden.
Nach einer Unterbrechung des Betriebs wurden die Reparaturen abgeschlossen, doch die finanziellen Folgen des Schadens sind noch unklar. Die Ermittler arbeiten weiterhin daran, die Verantwortlichen für die vorsätzliche Behinderung des Bahnverkehrs zu identifizieren. Seit dem Vorfall wurden keine weiteren Störungen gemeldet.






