Rastatt startet umstrittene Abziehstation für Wildtierfelle aus Fuchs und Marder
Ron StollRastatt startet umstrittene Abziehstation für Wildtierfelle aus Fuchs und Marder
In Rastatt geht bald eine neue Abziehstation in Betrieb, die die Felle von Wildtieren verarbeiten wird. Die von der Fellwechsel GmbH betriebene Anlage plant, Füchse, Marder, Waschbären, Bisamratten und Nutrias zu verarbeiten. Die Produktion soll nächste Woche starten, nachdem eine vorläufige Genehmigung erteilt wurde.
Fellwechsel, eine bundesweite Initiative, will mit dem Projekt aus Jagdnebenprodukten marktfähige Waren herstellen. Das Unternehmen rechnet damit, jährlich zwischen 7.000 und 10.000 Felle zu verarbeiten – etwa 100 Tiere pro Tag. Die Felle werden an Gerbereien und Kürschner geliefert und später zu Kissenbezügen, Pelzkrägen und Futterstoffen für Jacken weiterverarbeitet.
Unterstützung erhält das Vorhaben vom Deutschen Jagdverband (DJV) sowie vom Landesjagdverband Baden-Württemberg. Zudem wird die Blaser Jagdwaffen GmbH im Herbst drei Jackenmodelle auf den Markt bringen, deren Pelzbesätze aus Rastatt stammen.
Kritik kommt vom Deutschen Tierschutzbund. Die Organisation argumentiert, dass das Projekt weiterhin auf der Tötung von Tieren für ihre Felle basiert.
Fellwechsel plant, durch den Verkauf der verarbeiteten Felle profitabel zu werden. Die Station nimmt nächste Woche den Betrieb auf, erste Produkte sollen noch in diesem Jahr in den Läden erhältlich sein. Die Debatte über die ethischen Bedenken wird jedoch voraussichtlich anhalten.






