Rastatt kämpft mit drastischem Gewerbesteuer-Einbruch und Haushaltskrise
Franka MeisterRastatt kämpft mit drastischem Gewerbesteuer-Einbruch und Haushaltskrise
Rastatt steht vor ernsten finanziellen Problemen nach einem drastischen Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen. Der Haushalt der Stadt für 2026 wurde zwar vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt – allerdings nur unter strengen Auflagen. Bürgermeisterin Monika Müller hat die Behörden nun aufgefordert, weitere Einsparungen zu finden und die Einnahmen zu steigern, um die Lage zu stabilisieren.
Ursprünglich hatte Rastatt für das laufende Jahr mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von einer Million Euro gerechnet. Stattdessen werden nun nur noch 300.000 Euro erwartet – weniger als ein Drittel der Prognose. Dieser starke Einbruch zwingt die Stadt, ihre Finanzplanung grundlegend zu überarbeiten.
Das Regierungspräsidium billigte zwar den Haushalt 2026, verlangte jedoch zusätzliche Kürzungen. Zudem muss Rastatt bis zum 1. September 2026 einen detaillierten Bericht über den Stand der Haushaltsentwicklung und laufende Projekte vorlegen. Die Entscheidung der Behörde spiegelt die wachsenden Bedenken hinsichtlich der finanziellen Situation der Stadt wider.
Die Gewerbesteuereinnahmen variieren in Baden-Württemberg stark. Während Großstädte wie Stuttgart 2025 rund 747 Millionen Euro einnahmen, kämpfen kleinere Gemeinden mit deutlich geringeren Beträgen. Landesweit sank das kommunale Steueraufkommen pro Kopf im vergangenen Jahr auf 1.862 Euro – nach 1.877 Euro im Jahr 2024.
Um die Krise zu bewältigen, hat Rastatt seinen Haushaltsplan für 2026 online veröffentlicht. Bei einer öffentlichen Veranstaltung im Juni sollen die nächsten Schritte für 2027 erläutert werden, um den Bürgerinnen und Bürgern die geplanten finanziellen Maßnahmen vorzustellen.
Die Stadt steht nun unter Zeitdruck, die Ausgaben zu senken und die Einnahmen zu erhöhen. Ihre finanzielle Zukunft hängt davon ab, die Vorgaben des Regierungspräsidiums bis zum nächsten September zu erfüllen. Gleichzeitig müssen sich die Verantwortlichen bereits auf weitere Anpassungen für das Jahr 2027 vorbereiten.






