Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Crash in NRW mit Rekordwachstum
Marko MargrafMönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Crash in NRW mit Rekordwachstum
Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen auf 14-Jahres-Tief – Mönchengladbach als positive Ausnahme
Im Jahr 2025 erreichte der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen mit nur 37.185 fertiggestellten Wohnungen den niedrigsten Stand seit 14 Jahren – ein Rückgang um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch Mönchengladbach schwamm gegen den Trend und verzeichnete einen Anstieg um 188 Prozent bei den Neubauten. Damit belegte die Stadt Platz drei unter den kreisfreien Städten des Landes in Sachen Bautätigkeit.
Landesweit sank die Wohnungsbauquote in Nordrhein-Westfalen 2025 auf 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner. Steigende Kreditzinsen, explodierende Baukosten und weniger genehmigte Bauvorhaben trieben den Rückgang voran. Die Gesamtzahl der Fertigstellungen markierte den niedrigsten Wert seit 2011.
Mönchengladbachs Bau-Boom als Erfolgsmodell Während andere Kommunen kämpften, vollendete Mönchengladbach 2025 insgesamt 758 Wohnungen – ein deutlicher Sprung gegenüber nur 263 im Vorjahr. Die Bauquote der Stadt lag bei 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner und damit 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Dieser Aufschwung folgte auf die 2023 gestartete Initiative Wohnungsbau, die 43 Millionen Euro in die städtische Wohnungsbaugesellschaft WohnBau investierte.
Die Initiative stärkte auch den sozialen Wohnungsbau: Bis 2024 stieg die Mittelausschöpfung für solche Projekte von mageren 5 Prozent (2021) auf 274 Prozent. Allein 2025 bewilligte die Stadt 43,2 Millionen Euro an Fördergeldern für 218 Wohneinheiten und erteilte 73,6 Prozent mehr Baugenehmigungen für Neubauten. Das Programm „Wohnen für alle“ trug zusätzlich zu diesen Erfolgen bei, indem es bezahlbaren Wohnraum, Barrierefreiheit und die Innenstadtentwicklung priorisierte.
Strategische Weichenstellung zahlt sich aus Oberbürgermeister Felix Heinrichs führte den Erfolg auf langfristige Planung und gezielte Investitionen zurück. Durch die Konzentration auf Stadtentwicklung und die finanzielle Unterstützung für WohnBau konnte Mönchengladbach trotz der landesweiten Herausforderungen Dynamik halten.
Lokale Politik als Gegenmittel zu Marktproblemen Mönchengladbachs Wohnungsbau-Boom hebt sich deutlich vom landesweiten Abwärtstrend ab. Mit 758 Neubauten 2025, einem starken Anstieg bei Genehmigungen und Fördermitteln zeigen die strategischen Maßnahmen der Stadt messbare Wirkung. Die Ergebnisse unterstreichen, wie kommunale Politik strukturellen Marktdruck im Wohnungssektor ausgleichen kann.






