Mieter zahlen gleich viel, bekommen aber bis zu 29 Quadratmeter weniger Wohnfläche
Franka MeisterMieter zahlen gleich viel, bekommen aber bis zu 29 Quadratmeter weniger Wohnfläche
Mieter in Deutschland bekommen für ihr Geld deutlich weniger Wohnfläche als noch vor wenigen Jahren. Eine neue Studie zeigt: In 60 von 80 Großstädten hat sich der erschwingliche Wohnraum seit 2020 um mindestens 10 Prozent verringert. Besonders betroffen sind Städte wie Wiesbaden, Hamburg und Berlin, wo das gleiche Budget heute deutlich kleinere Wohnungen finanziert.
In Wiesbaden reichte eine Kaltmiete von 1.000 Euro im März 2022 noch für eine durchschnittliche Wohnung von 91 Quadratmetern. 2024 deckt derselbe Betrag nur noch 82 Quadratmeter ab – ein Verlust von neun Quadratmetern oder 9,9 Prozent. Noch dramatischer ist die Lage in Berlin: Hier erhalten Mieter für ihr Geld heute 16 Quadratmeter weniger als 2022.
Auch in Hamburg ist die Wohnfläche für dieselbe Miete stark geschrumpft – um zwölf Quadratmeter. Die größten Rückgänge verzeichnet das Ruhrgebiet, etwa in Gelsenkirchen, wo der Verlust sogar 29 Quadratmeter beträgt.
Experten nennen mehrere Gründe für den rasanten Mietanstieg. Steigende Baukosten und höhere Zinsen spielen eine zentrale Rolle. Hinzu kommen der „Überlaufeffekt“, bei dem die Nachfrage aus teuren Städten die Preise in der Umgebung in die Höhe treibt, sowie der „Nachholeffekt“, durch den bisher unterbewertete Märkte an das höhere Preisniveau angepasst werden.
Immowelt-Chef Theo Mseka warnt, dass der Wohnungsmarkt in den Großstädten einen alarmierenden Zustand erreicht habe. Ohne gezielte Maßnahmen zur Entlastung des Bausektors und zur Kostensenkung werde sich die Situation weiter verschärfen.
Die Studie unterstreicht einen klaren Trend: Mieter in ganz Deutschland müssen für dasselbe Budget mit immer weniger Wohnfläche auskommen. Da keine kurzfristige Entspannung in Sicht ist, wird der Druck auf bezahlbaren Wohnraum voraussichtlich weiter steigen. Städte wie Wiesbaden, Berlin und Hamburg zeigen, wie schnell sich der Markt in nur zwei Jahren verknappt hat.






