07 June 2026, 08:31

Lissabons CSD-Demo sendet starkes Signal gegen drohende Rechte-Rückschritte

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte

Lissabons CSD-Demo sendet starkes Signal gegen drohende Rechte-Rückschritte

Lissabons 27. CSD-Demo startete mit klarem Signal gegen Rückschritte

Am Samstagnachmittag um 17:00 Uhr setzte sich der 27. Christopher Street Day (CSD) Lissabon vom Marquês-de-Pombal-Platz in Bewegung. Tausende versammelten sich unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“, um gegen die von den Veranstaltern beschriebene wachsende Bedrohung lang erkämpfter Rechte zu protestieren. Die Demonstration zog Aktivist:innen, Politiker:innen und Unterstützer:innen an – vor dem Hintergrund zunehmender Besorgnis über politische Verschiebungen im Land.

In den Jahren 2024 und 2025 nahmen jeweils rund 50.000 Menschen am Marsch teil, für dieses Jahr werden noch größere Teilnehmerzahlen erwartet. Die Veranstaltung vereinte 17 LGBTI+-, feministische und antirassistische Gruppen, die allesamt ihre Sorge über aktuelle politische Entwicklungen zum Ausdruck brachten.

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Helder Bértolo, einer der Organisatoren, betonte die Dringlichkeit der Lage und verwies auf Bestrebungen im Parlament, das „Gesetz 38/2018“ abzuschaffen – jenes Gesetz, das die geschlechtliche Selbstbestimmung schützt. Er warnte, viele fühlten sich in ihren Rechten direkt angegriffen.

Die Politikerin der Linksblock-Partei (Bloco de Esquerda), Joana Mortágua, teilte diese Bedenken und bezeichnete den Marsch als notwendige Antwort auf eine konservative Regierungsagenda, die Fortschritte zurückdrehe. Gleichzeitig hob der Abgeordnete der Partei Livre, Paulo Muacho, die Bedeutung von Sichtbarkeit hervor: Angesichts der zunehmenden Angriffe rechtsextremer Bewegungen auf LGBTQI+-Communities seien Pride-Veranstaltungen heute wichtiger denn je.

Das CSD-Organisationskomitee warnte in deutlichen Worten: Das aktuelle politische Klima berge die Gefahr, jahrzehntelange Errungenschaften für LGBTQI+-Personen und ihre Familien zunichtezumachen.

Die Demonstration endete mit Aufrufen zum weiteren Widerstand gegen Politiken, die als feindselig gegenüber LGBTQI+-Rechten wahrgenommen werden. Sowohl Organisator:innen als auch Teilnehmer:innen betonten die Notwendigkeit von Solidarität – weitere Mobilisierungen sind bereits in Planung. Die steigenden Teilnehmerzahlen deuten auf wachsende öffentliche Unterstützung hin und spiegeln ein gestiegenes Bewusstsein für die bevorstehenden Herausforderungen wider.

Quelle