Klimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren: Aktivisten legen fossile Infrastruktur lahm
Marko MargrafKlimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren: Aktivisten legen fossile Infrastruktur lahm
Klimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren – Aktivisten legen fossile Infrastruktur lahm
Im gesamten Ruhrgebiet haben sich die Klimaproteste zugespitzt, nachdem Aktivisten gezielt die fossile Infrastruktur ins Visier genommen haben. Am Freitag beteiligten sich rund 1.500 Demonstranten an vier koordinierten Blockaden und Besetzungen. Die Aktionen sind der Auftakt zu einer großen Kundgebung am Samstag, bei der trotz rechtlicher Hürden Tausende weitere Teilnehmer erwartet werden – darunter auch Greta Thunberg.
Die antikapitalistische Klimagruppe Ende Gelände führte die Freitagsproteste an. Aktivisten besetzten in Mülheim an der Ruhr die Werksgleise von Europipe, Europas größtem Hersteller von Pipeline-Rohren. Weitere 200 Demonstranten störten den Schichtwechsel im Friedrich-Wilhelms-Hütte-Werk, das ebenfalls in Mülheim liegt und vom Rüstungskonzern KNDS betrieben wird.
In Gelsenkirchen blockierten Protestierende das Kraftwerk Scholven, das mit einem neuen Gaskraftwerksblock erweitert werden soll. Vor Ort installierten sie Solarpaneele, um erneuerbare Alternativen zu bewerben. Unterdessen zogen in Hamm Aktivisten mit einem Transparent „Energiekonzerne enteignen“ zum Hauptbahnhof, bevor die Polizei sie unter einer Brücke einschloss.
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen verbot eine für Samstag geplante Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk mit Verweis auf mögliche zivilen Ungehorsam. Die Veranstalter haben gegen den Beschluss Berufung eingelegt und warten bis Freitagabend auf eine Entscheidung. Sie kündigten an, die Proteste unabhängig vom Urteil durchzuführen.
Die jüngste Entscheidung der Bundesregierung, Milliarden in KNDS zu investieren – ein Unternehmen, das Panzerungen statt Komponenten für Windkraftanlagen produziert –, hat die Wut der Aktivisten weiter geschürt. Das Bündnis, unterstützt von Greenpeace, BUND, Fridays for Future, Campact und lokalen Organisatoren des Hammer Klimacamps, betont, dass die Proteste fortgesetzt werden.
Die Kundgebung am Samstag könnte massive Teilnehmerzahlen mobilisieren, wobei Thunbergs Anwesenheit zusätzlichen Schwung verleiht. Trotz rechtlicher Hindernisse zeigen die Veranstalter keine Anzeichen von Rückzug. Im Mittelpunkt bleibt der Stopp des fossilen Gasausbaus und die Forderung nach sofortigem Klimaschutz.






