Jogi Löws Ära als Bundestrainer endet mit gemischtem Erbe und politischen Debatten
Franka MeisterJogi Löws Ära als Bundestrainer endet mit gemischtem Erbe und politischen Debatten
Jogi Löw ist als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft zurückgetreten – sein Erbe fällt gemischt aus. Seine Amtszeit war von Triumphen und Enttäuschungen geprägt und endete mit seinem freiwilligen Rückzug nach der EM 2020. Seine Zeit an der Spitze reichte dabei weit über den Fußball hinaus, denn er entwickelte sich zu einer öffentlichen Figur, die auch in politischen Debatten präsent war.
Löw übernahm die Nationalelf und führte sie 2014 zum WM-Titel. Nach diesem Erfolg fühlte er sich für größere Rollen berufen. Unter seiner Führung wurde das Team als „Die Mannschaft“ neu positioniert – ein Symbol für eine neue Identität des deutschen Fußballs.
2017 nahm er an der Bundesversammlung teil und stimmte für Frank-Walter Steinmeier als neuen Bundespräsidenten. Zudem wurde Löw zu einem lautstarken Befürworter von Masseneinwanderung und unterstützte damit die Linie der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Kritiker sahen in der Mannschaft gar ein Symbol für das, was sie als „Hippie-Republik“ bezeichneten – ein Begriff, der international für Aufmerksamkeit sorgte.
Doch die späteren Jahre brachten Rückschläge. 2018 erlebte Deutschland das erste WM-Aus in der Vorrunde der Geschichte und landete als Letzter der Gruppe. Bei der EM 2020 schied die Mannschaft erneut früh aus, diesmal im Achtelfinale. Diese Ergebnisse standen in scharfem Kontrast zu seinen früheren Erfolgen. Dennoch gelang der Nationalelf bei der WM 2022 noch ein Achtungserfolg: Der höchste Sieg in einem WM-Auftaktspiel seit 2002.
Löws Abschied erfolgte nach der EM 2020, nachdem eine Serie enttäuschender Leistungen das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. Seine Ära hinterließ tiefgreifende Spuren im deutschen Fußball und in der öffentlichen Diskussion. Sein Einfluss reichte dabei weit über den Platz hinaus – bis in politische und gesellschaftliche Debatten.






