17 April 2026, 00:39

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein satirischer Markenprotest

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, gelegen an Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein satirischer Markenprotest

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive juristische Vorgehensweise der Modemarke. Der Schritt folgt auf Jahre, in denen das Unternehmen kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen wegen der Verwendung des Wortes "BOSS" in ihren Namen verklagt hat. Lycett kündigte die Namensänderung im Rahmen seiner Kampagne in seiner Verbraucherrechte-Sendung "Got Your Back" an.

Der Modekonzern Hugo Boss, 1924 gegründet, hat eine lange Geschichte der Verteidigung seines Markennamens. In den vergangenen Jahren verschickte das Unternehmen zahlreiche Abmahnungen an kleine Unternehmen, darunter die Brauerei Boss Brewing aus Swansea, die 10.000 Pfund für die Abwehr rechtlicher Drohungen aufbringen musste. Selbst die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss erhielt eine Warnung, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

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Auch die Vergangenheit des Unternehmens stand bereits in der Kritik. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte Hugo Boss SS-Uniformen für die Nazis – unter Zwangsarbeit. Der Firmengründer Hugo Ferdinand Boss war überzeugtes Mitglied der NSDAP und Unterstützer Adolf Hitlers. 2011 entschuldigte sich das Unternehmen öffentlich für das "Leid und die Entbehrungen", die durch seine Kriegsproduktion verursacht wurden.

Lycett betonte, dass dieser Hugo Boss – gemeint ist er selbst – nichts mit der Produktion von Nazi-Uniformen zu tun habe. Seine Namensänderung ist ein satirischer Seitenhieb auf die juristischen Methoden des Konzerns. Als Teil der Aktion plant er, in seiner Show ein neues Produkt unter seinem neuen Namen auf den Markt zu bringen.

Mit einem Jahresumsatz von über 2,3 Milliarden Pfund im Jahr 2018 bleibt Hugo Boss eine der führenden Modemarken. Doch sowohl die historische Belastung als auch die jüngsten Rechtsstreitigkeiten haben dem Unternehmen Kritik von Aktivisten wie Lycett eingebracht.

Lycetts Namensänderung lenkt die Aufmerksamkeit auf den anhaltenden Konflikt zwischen dem Markenschutz großer Konzerne und den Auswirkungen auf kleinere Organisationen. Der Protest des Komikers setzt Hugo Boss unter Druck, seine Vorgehensweise zu überdenken. Die NS-Vergangenheit des Unternehmens und die aktuellen juristischen Auseinandersetzungen sorgen weiterhin für öffentliche Debatten.

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