IG-Metall-Chefin warnt vor tiefer Wirtschaftskrise und fordert klare Industrie-Strategie
Juan MentzelIG-Metall-Chefin warnt vor tiefer Wirtschaftskrise und fordert klare Industrie-Strategie
Yasmin Benner, Vorsitzende der deutschen IG Metall, hat vor einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise gewarnt. Die Lage des Landes bezeichnete sie als „sehr ernst“, da die Stagnation bereits seit sechs Jahren anhalte. Ihre Äußerungen fielen im Zusammenhang mit der Vorstellung von Prioritäten zur Belebung der schwächelnden deutschen Industrie.
Benner betonte, dass Deutschland zunehmend einem harten globalen Wettbewerb ausgesetzt sei – insbesondere durch China und die USA. Die Vorstellung eines „gleichen Wettbewerbsfelds“ in der Industriepolitik sei nicht mehr haltbar, argumentierte sie. Stattdessen forderte sie einen zielgerichteten Ansatz mit klaren Investitionsschwerpunkten, statt pauschaler Ausgabenkürzungen oder undifferenzierter Subventionsstreichungen.
Gleichzeitig machte sie deutlich, dass sich die Gewerkschaft nicht in die Rolle der Regierung begeben oder an dem werde, was sie als „Koalitionsgespräche 2.0“ bezeichnete. Eine klare Trennung der Verantwortungsbereiche zwischen Staat und Gewerkschaft sei unverzichtbar, so Benner. Zugleich signalisierte sie Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Bundesregierung – vorausgesetzt, der Fokus liege auf der Stärkung der industriellen Basis Deutschlands.
Zu ihren Prioritäten zählen die Förderung zentraler Zukunftsbranchen wie grüner Stahl, Elektromobilität sowie die Sicherung wettbewerbsfähiger Industrie-Strompreise. Darüber hinaus bekräftigte sie ihr Engagement für Arbeitnehmer:innen, die mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen.
Benners Aussagen unterstreichen die Dringlichkeit der wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands. Angesichts anhaltender Stagnation und vorrückender globaler Konkurrenten setzen ihre Vorschläge auf strategische Investitionen und eine klare politische Ausrichtung. Die Position der Gewerkschaft lässt zwar Raum für Kooperation mit der Regierung – jedoch nur unter strengen Bedingungen.






