Hitlers "Großer Mercedes": Seltenes NS-Paradenfahrzeug unter dem Hammer
Juan MentzelHitlers "Großer Mercedes": Seltenes NS-Paradenfahrzeug unter dem Hammer
Ein seltener Mercedes-Benz 770, der einst Adolf Hitler gehörte, wird in den USA versteigert. Das als "Großer Mercedes" bekannte Fahrzeug wurde vom Diktator während zentraler Momente des Zweiten Weltkriegs genutzt. Die Versteigerung des historisch bedeutenden Wagens übernimmt das Auktionshaus Worldwide Auctioneers.
Das Modell von 1939 wurde nach Hitlers exakten Vorgaben maßgefertigt. Zu den Besonderheiten zählten eine verstärkte Windschutzscheibe und gepanzerte Seitenteile zum Schutz. Angetrieben von einem 7,7-Liter-Reihenchmotor mit acht Zylindern leistete das Fahrzeug 230 PS und erreichte in der ungepanzerten Version eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h.
Hitler nutzte diesen offenen Tourenwagen häufig für Paraden zwischen 1939 und 1943. 1940 fuhr er damit gemeinsam mit Benito Mussolini durch München. Noch im selben Jahr, am 6. Juli, führte er damit seinen Siegesszug durch Berlin an.
Nur 88 dieser Luxusfahrzeuge wurden jemals produziert. Ursprünglich kostete die viertürige Version 44.000 Reichsmark (heute etwa 182.000 Euro), während die Siebensitzer-Variante für 47.500 Reichsmark (inflationsbereinigt rund 196.000 Euro) verkauft wurde. Nach Kriegsende beschlagnahmten die Alliierten den Wagen und brachten ihn in die USA, wo er seitdem in fast makellosem Zustand erhalten blieb.
Bei der Auktion stieg das Gebot bis auf sieben Millionen US-Dollar, doch der Verkäufer lehnte das Angebot ab. Experten hatten den Wert des Fahrzeugs auf sieben bis neun Millionen Dollar geschätzt – möglicherweise wartet der Besitzer auf einen höheren Preis.
Der Mercedes-Benz 770 bleibt einer der berüchtigtsten Paradenwagen der NS-Zeit. Seine Seltenheit und die historische Verbindung zu Hitlers Regime machen ihn zu einem einzigartigen Stück Automobilgeschichte. Der Ausgang der Versteigerung wird zeigen, ob das Fahrzeug nach Jahrzehnten erstmals den Besitzer wechselt.






