Grüne und CDU liefern sich erbitterten Wahlkampf-Eklat vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg
Ron StollSkandal-Nachricht vor der Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Grüne und CDU liefern sich erbitterten Wahlkampf-Eklat vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg
Ein erbitterter Streit ist zwischen den Grünen und der CDU in Baden-Württemberg ausgebrochen, nachdem kurz vor der Landtagswahl ein umstrittenes Social-Media-Posting wieder aufgetaucht ist. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht ein altes Video des CDU-Landesvorsitzenden Manuel Hagel, das die grüne Abgeordnete Simone Fischer geteilt hatte – und damit Vorwürfe einer "schmutzigen Kampagne" auslöste.
Der Eklat begann, als die grüne Landtagsabgeordnete Zoe Mayer zwei Wochen vor der Wahl ein acht Jahre altes Video erneut veröffentlichte. Die Aufnahme zeigt Hagel, wie er bei einer öffentlichen Veranstaltung bewundernde Bemerkungen über eine minderjährige Schülerin macht. Fischer teilte das Video daraufhin zusammen mit einem Foto Hagels und dem Schriftzug "Offizielle Verwarnung" sowie dem Spruch "Versteckt eure Kinder".
Zunächst schwieg Fischer zu den Kritikwellen. Später löschte sie den Beitrag und entschuldigte sich direkt bei Hagel – sie nannte die Veröffentlichung einen "Fehler". Die CDU verurteilte den Vorfall scharf und warf den Grünen vor, mit einer "Verleumdungskampagne" Wählerstimmen beeinflussen zu wollen.
Die Wahl am 9. März 2026 endete mit einem fast ausgeglichenen Ergebnis: Die Grünen erreichten 30,2 Prozent der Stimmen und lagen damit nur 27.000 Stimmen vor der CDU, die auf 29,7 Prozent kam. Beide Parteien stellen nun je 56 Sitze im Landtag – das Parlament ist damit blockiert. Beobachter führen den knappen Sieg der Grünen auf eine starke Kampagne und geschlossene Parteidisziplin zurück, trotz Zuwächsen der rechtspopulistischen AfD.
Fischers Entschuldigung wird als Versuch gewertet, vor den anstehenden Koalitionsgesprächen die Wogen zu glätten.
Das Wahlergebnis hinterlässt Baden-Württemberg mit einem pattstehenden Landtag. Sowohl die Grünen als auch die CDU müssen nun trotz des nachwirkenden Misstrauens aus dem Wahlkampf Koalitionsverhandlungen führen. Die Entscheidung wird zeigen, ob die beiden Rivalen gemeinsam regieren können – oder ob eine Minderheitsregierung unvermeidbar wird.






