Gorleben bleibt Atom-Zwischenlager – doch wie sicher ist es wirklich?
Marko MargrafGorleben bleibt Atom-Zwischenlager – doch wie sicher ist es wirklich?
Atomanlagen-Gorleben: Endlager für hochradioaktiven Müll bleibt weitere 20 Jahre in Betrieb
Das nukleare Zwischenlager Gorleben wird voraussichtlich noch 20 Jahre länger betrieben. Die aktuelle Genehmigung läuft 2034 nach vier Jahrzehnten Nutzung aus. Der Betreiber, die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), hat eine Verlängerung beantragt, um die Sicherheit zu gewährleisten und das Fachwissen im Umgang mit atomarem Abfall zu erhalten.
In Gorleben lagern derzeit 113 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Müll, darunter abgebrannte Brennelemente und Rückstände aus der Wiederaufarbeitung. Die Transportbehälter trafen zwischen 1995 und 2011 in 13 Lieferungen ein – jede davon löste massive Proteste aus.
Seit 2024 errichtet die BGZ eine zehn Meter hohe Schutzbarriere aus Stahlbeton um die Anlage. Das Unternehmen begründet die Verlängerung mit Sicherheitserfordernissen und dem Erhalt spezialisierten Wissens. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass das Lager weder gegen Terroranschläge noch Kriegsereignisse ausgelegt ist.
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) prüft nun den Antrag auf Verlängerung. Die Bausubstanz des Lagers gilt im Vergleich zu neueren Zwischenlagern als weniger robust: Die Wände sind nur 50 Zentimeter, die Dachplatte lediglich 20 Zentimeter dick. Unterdessen läuft die Suche nach einem Endlager weiter – die gesetzliche Frist von 2031 ist bereits überschritten.
Bei einer Genehmigung bliebe Gorleben bis 2054 in Betrieb. Die Anlage bleibt vorerst in Nutzung, während Deutschland nach einer dauerhaften Lösung für seinen Atommüll sucht. Die Entscheidung liegt nun bei der Bundesbehörde.
