Frauen dominieren Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst
Franka MeisterFrauen dominieren Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst
Frauen stellen fast 90 Prozent der Apothekenbelegschaft in Deutschland – doch sie kämpfen weiter mit ungleichem Lohn und hoher Care-Arbeit
Zum Internationalen Frauentag fordert Adexa, der Verband der Apothekenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, mehr Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen für diese unverzichtbaren Fachkräfte.
2024 arbeiteten rund 162.000 Menschen in deutschen Apotheken – ein Bereich, der von Frauen dominiert wird: Sie besetzen 89,2 Prozent aller Stellen. Unter den Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) liegt der Frauenanteil bei 96,6 Prozent, bei Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sogar bei 97,5 Prozent. Selbst in Führungspositionen sind Frauen in der Mehrheit: 74,1 Prozent der approbierten Apothekerinnen und 74,8 Prozent der Auszubildenden sind weiblich.
Adexa betont, dass Frauen das Rückgrat der öffentlichen Apotheken bilden. Sie garantieren täglich fachkundige Beratung und eine zuverlässige Arzneimittelversorgung für Patientinnen und Patienten. Doch trotz ihrer zentralen Rolle verdienen Frauen im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde als ihre männlichen Kollegen – eine Lohnlücke von 16 Prozent.
Hinzu kommt die ungleiche Verteilung unbezahlter Care-Arbeit: Frauen übernehmen zwei Drittel der Kinderbetreuung, verbringen mehr Zeit mit Hausarbeit und tragen den Großteil der Pflege von Angehörigen. Adexa fordert nun fairere Rahmenbedingungen, darunter flexiblere Arbeitszeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Der Verband verlangt zudem einen stärkeren Schutz für Teilzeitarbeit sowie eine bessere Anerkennung von Pflegezeiten in der Rente.
Der Appell kommt zu einer Zeit, in der Apothekenmitarbeiterinnen weiterhin unverzichtbare Gesundheitsleistungen erbringen. Adexa besteht darauf, dass die Politik die Lohnungleichheit beenden, die Arbeitsbedingungen verbessern und Care-Arbeit angemessen würdigen muss. Ohne konkrete Maßnahmen bleibe die Abhängigkeit des Sektors von Frauen weiter unterbewertet und unzureichend unterstützt.






