18 June 2026, 12:31

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf kostengünstige Sanierung

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf kostengünstige Sanierung

Düsseldorf hat Pläne für den Bau eines neuen, von Snøhetta entworfenen Opernhauses im Wert von 1,8 Milliarden Euro aufgegeben. Oberbürgermeister Stephan Keller stoppte das Projekt aufgrund von Finanzierungskosten in Höhe von rund 800 Millionen Euro. Die Entscheidung spiegelt einen wachsenden Trend in deutschen Städten wider, teure Kultur-Großprojekte neu zu bewerten.

Ursprünglich wollte die Stadt ihr Nachkriegs-Opernhaus durch den modernen Entwurf von Snøhetta ersetzen. Doch die steigenden Kosten führten zur Abschaffung des Vorhabens. Stattdessen wird Düsseldorf das bestehende Bonatz-Opernhaus am Hofgarten modernisieren. Das Frankfurter Büro raumwerk schlug vor, das Gebäude mit einer halbtransparenten Hülle zu ummanteln und die Kapazität um 25 Prozent zu erhöhen. Diese Lösung könnte zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten. Zudem soll die Landschaftsarchitektur das Opernhaus optisch mit nahegelegenen Kulturstätten verbinden.

In Rostock wurde kürzlich das denkmalgeschützte Volkstheater im Stil des Nachkriegsmodernismus unter Schutz gestellt. Die regierende CDU hatte ursprünglich geplant, es für Neubauten von Wohnungen abzureißen. Trotz dieser Entscheidung läuft bereits der Bau eines neuen Theaters für 208 Millionen Euro nach Plänen von Hascher Jehle.

Düsseldorfs Entscheidung für eine Sanierung statt eines Neubaus könnte einen grundlegenden Wandel in der Stadtplanung einläuten. Statt einer Milliarde Euro in ein neues Projekt zu investieren, setzt die Stadt nun auf die Aufwertung des bestehenden Opernhauses. Rostocks geschütztes Volkstheater und der laufende Theaterneubau zeigen dabei unterschiedliche Herangehensweisen an kulturelle Infrastrukturprojekte.

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