Deutschland plant eigenes Kampfflugzeug nach FCAS-Scheitern – Airbus drängt zur Eile
Franka MeisterDeutschland plant eigenes Kampfflugzeug nach FCAS-Scheitern – Airbus drängt zur Eile
Deutschland könnte bald ein eigenes Kampfflugzeug-Programm starten – zumindest nach Einschätzung von Branchenvertretern. Thomas Pretzl, Vorsitzender des Betriebsrats von Airbus Defence and Space, betont, dass das Land sowohl über das Know-how als auch über die finanziellen Mittel verfüge, um ein solches Flugzeug zu entwickeln. Der Vorstoß erfolgt nach dem Scheitern des gemeinsamen deutsch-französischen FCAS-Projekts, das die Zukunft der europäischen Kampfjetpläne in Unsicherheit stürzt.
Airbus drängt die Politik zu einer zügigen Entscheidung über die nächsten Schritte in der Entwicklung von Kampfflugzeugen. Das Unternehmen warnt, dass weitere Verzögerungen die Verteidigungsfähigkeiten Europas nur schwächen würden. Pretzl unterstrich, dass es auf die Zeit ankomme: Jeder Tag ohne konkrete Maßnahmen setze das Programm weiter zurück.
Er schlug vor, unverzüglich mit der Entwicklung zu beginnen und lud andere Nationen zur Teilnahme ein. Deutschland solle seiner Meinung nach die Führung übernehmen, bleibe aber für internationale Partner offen. Gleichzeitig betonte Reinhard Brandl, Generalsekretär der CSU-Bundestagsfraktion, wie wichtig europäische Zusammenarbeit bei künftigen Kampfflugzeugprojekten sei.
Brandl zeigte sich überzeugt, dass deutsche Unternehmen eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des nächsten europäischen Kampfjets spielen könnten. Beide Stimmen sind sich einig: Nur schnelles Handeln werde verhindern, dass Europa in der militärischen Luftfahrt den Anschluss verliert.
Der Vorstoß für ein deutsch geführtes Kampfflugzeug folgt auf das Scheitern des FCAS-Programms. Airbus und politische Entscheidungsträger stehen nun unter Druck, Finanzierung und Partnerschaften zu sichern. Eine Entscheidung in den kommenden Monaten könnte darüber entscheiden, ob das Projekt vorankommt – oder weiter ins Stocken gerät.






