Berliner Mieter:innen kämpfen gemeinsam gegen Mietwucher und Verdrängung
Marko MargrafBerliner Mieter:innen kämpfen gemeinsam gegen Mietwucher und Verdrängung
Mietergruppen in ganz Berlin intensivieren ihren Kampf gegen steigende Mieten, Zwangsräumungen und den Verlust von Gemeinschaftsräumen. In den kommenden Wochen haben mehrere Bündnisse neue Treffen, Proteste und Strategien angekündigt. Der Druck wächst, da viele Bewohner:innen unter finanzieller Belastung leiden und unsicher über ihre Wohnzukunft sind.
Das Bündnis «Berlin gegen Vonovia» geht voran im Widerstand gegen drastische Mieterhöhungen und umstrittene Nebenkostenabrechnungen. Das nächste offene Treffen, ein sogenanntes Plenum, findet am 31. März im Nachbarschaftszentrum Schöneberg statt. Die Gruppe will Mieter:innen vereinen, die ähnliche Konflikte mit einem der größten Vermieter der Stadt austragen.
In Charlottenburg setzt sich «MieterWerkStadt» weiterhin für stärkere Mieterschutzrechte und gegen Verdrängung aus dem Viertel ein. Beim Treffen am 1. April geht es um Widerstand gegen Gentrifizierung und Unterstützung für diejenigen, die ihre Wohnung zu verlieren drohen.
Unterdessen kämpft das langjährige Jugendzentrum «Potse» um seinen Erhalt, nachdem der Mietvertrag für die Zollgarage in sechs Monaten ausläuft. Ohne sofortige Ersatzräume haben Unterstützer:innen für den 3. April ein «Zweites Überlebensstrategie-Plenum» organisiert – mit englischer Übersetzung für eine breitere Teilhabe. Langfristige Hoffnungen ruhen auf Räumen im «Haus der Jugend», das jedoch erst 2030 eröffnet wird.
Auch die «Allianz gegen 'Eigenbedarfskündigungen'» in Kreuzberg ist aktiv und trifft sich am 4. April zu ihrem nächsten Austausch. Bei diesen regelmäßigen Sitzungen erhalten Mieter:innen Hilfe, um Räumungsklagen abzuwehren, wenn Vermieter:innen behaupten, die Wohnungen für sich oder Familienmitglieder zu benötigen.
Am 31. März veranstaltet die Pankower Ortsgruppe des Berliner Mietervereins eine Solidaritätskundgebung vor dem Amtsgericht Mitte. Die Demonstration richtet sich gegen Gerichtsentscheidungen, die in Räumungsverfahren oft zugunsten der Vermieter:innen ausfallen und Mieter:innen kaum Handlungsmöglichkeiten lassen.
In den nächsten Tagen wird eine Welle von mieternahen Aktionen die Stadt erfassen. Von juristischen Auseinandersetzungen bis zu öffentlichen Protesten – die Gruppen wehren sich gegen die wachsende Wohnungsunsicherheit. Für viele Berliner:innen hängt von diesen Kämpfen ab, ob sie sich ihre Wohnungen noch leisten können – oder ob ihre Gemeinschaften überhaupt überleben.






