Baden-Württemberg will Europas Verteidigung mit Resilienz und Innovation prägen
Franka MeisterBaden-Württemberg will Europas Verteidigung mit Resilienz und Innovation prägen
Baden-Württemberg treibt seine Rolle in Deutschlands Sicherheits- und Verteidigungspolitik entschlossen voran. Die Landesführung fordert eine größere militärische Eigenständigkeit Europas und warnt vor wachsenden Bedrohungen durch ausländische Einmischung. Bei einem jüngsten Treffen kamen Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Militär zusammen, um gemeinsame Lösungen für künftige Herausforderungen zu entwickeln.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte, Europa müsse seine Abhängigkeit von externer militärischer Unterstützung verringern. Starke Regionen wie Baden-Württemberg sollten seiner Ansicht nach Vorreiter bei der Schaffung größerer Autonomie sein. Sein Ziel ist klar: Das Land soll so wehrhaft werden, dass es nie kämpfen muss.
Innenminister Thomas Strobl äußerte sich besorgt über Russlands Aktivitäten in Deutschland. Er beschrieb anhaltende Sabotage, Spionage und Desinformationskampagnen als gezielte Bedrohungen. Um diesen Risiken zu begegnen, forderte er eine stärkere Resilienz in Wirtschaft, Regierung und Gesellschaft.
Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut plädierte für eine engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Sicherheitsbehörden. Sie unterstrich die Notwendigkeit, Ressourcen zu bündeln und Innovationen im Verteidigungsbereich zu beschleunigen. Das Landesprogramm Invest BW berücksichtigt in seiner aktuellen Förderrunde nun auch Sicherheits- und Verteidigungsthemen – konkrete Zahlen zu den Anträgen wurden jedoch nicht genannt.
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski hob die Bedeutung der Forschung für den Schutz der Demokratie hervor. Spitzenforschung und technologische Innovationen seien entscheidend, um in unsicheren Zeiten Stabilität zu wahren. Baden-Württemberg, bereits ein zentraler Standort für Rüstungs- und Sicherheitsunternehmen, verzeichnet ein wachsendes Start-up-Umfeld und eine starke technologische Basis.
Die Landesregierung veranstaltete einen Dialog mit Führungskräften aus Industrie, Forschung und Militär. Ziel war es, die Anstrengungen bei der Entwicklung zukunftsfähiger Sicherheitslösungen zu koordinieren. Durch verstärkte Zusammenarbeit soll die Region an die Spitze der europäischen Verteidigungsindustrie rücken.
Die Initiative zielt darauf ab, Baden-Württembergs Einfluss in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung durch Forschung, Förderung und branchenübergreifende Partnerschaften zu stärken. Angesichts der direkten Herausforderung durch Russlands Aktivitäten setzen die Verantwortlichen auf Resilienz und Innovation. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie Wirtschaft und Politik diese Pläne in die Tat umsetzen.






