18 April 2026, 08:31

Baden-Württemberg und Hessen starten KI-Projekt "JANO" zur Anonymisierung von Gerichtsurteilen

Ein Anwalt im Anzug sitzt an einem Tisch mit einer Waage vor ihm, die er mit Texten und Zahlen überprüft.

Baden-Württemberg und Hessen starten KI-Projekt "JANO" zur Anonymisierung von Gerichtsurteilen

Baden-Württemberg und Hessen haben ein gemeinsames KI-Projekt gestartet, um Gerichtsurteile automatisch zu anonymisieren. Das neue Werkzeug mit dem Namen "JANO" soll persönliche Daten aus rechtlichen Entscheidungen entfernen und gleichzeitig die digitale Innovation im Justizsystem vorantreiben. Beide Bundesländer streben danach, ihre Führungsrolle in der Rechts-Technologie in Deutschland weiter auszubauen.

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Das Projekt wurde offiziell von Baden-Württembergs Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges sowie Hessens Justizminister Roman Poseck am Landgericht Mannheim vorgestellt. Sie betonten, dass das Tool die Modernisierung von Gerichtsverfahren unterstützen werde – ohne jedoch die menschliche Kontrolle zu ersetzen.

"JANO" wird persönliche Angaben in Gerichtsentscheidungen automatisch erkennen und Anonymisierungsvorschläge unterbreiten. Dies beschleunigt nicht nur die Bearbeitung von Fällen, sondern schafft auch anonymisierte Datensätze für das Training zukünftiger KI-Anwendungen. Der gemeinsam entwickelte Prototyp soll im kommenden Jahr in Gerichten weiter ausgebaut und getestet werden.

Baden-Württemberg setzt bereits zwei weitere KI-Tools ein, "OLGA" und "Codefy", sodass "JANO" das dritte Werkzeug in seinem digitalen Justiz-Arsenal wird. Hessen hingegen stärkt seine KI-Kompetenz, indem es das Amtsgericht Hanau als neuen Innovationsstandort für Rechtsfragen etabliert – neben dem bestehenden Zentrum in Frankfurt.

Ministerin Gentges unterstrich, dass Baden-Württemberg bei der Nutzung von KI im Justizbereich in Deutschland eine Vorreiterrolle einnehme. Ihr Amtskollege Poseck machte deutlich, dass KI als Unterstützungsinstrument diene und Richter sowie Juristen nicht ersetzen werde.

Nach weiteren Tests im Jahr 2025 soll "JANO" flächendeckend in Gerichten eingeführt werden. Die anonymisierten Entscheidungen werden wertvolle Daten für die Entwicklung weiterer KI-Lösungen im Rechtssektor liefern. Beide Länder planen, ihre digitale Infrastruktur kontinuierlich auszubauen, um ihre Spitzenposition in der Justiztechnologie zu halten.

Quelle