Baden-Württemberg testet intelligentes Laden von Elektro-Lkw-Flotten für stabile Stromnetze
Juan MentzelBaden-Württemberg testet intelligentes Laden von Elektro-Lkw-Flotten für stabile Stromnetze
Ein neues Projekt in Baden-Württemberg erprobt die Integration großer Elektro-Lkw-Flotten ins Stromnetz. Die Netze BW hat die Initiative FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw gestartet, um zu untersuchen, wie gewerbliche E-Fahrzeuge die Netzbelastung an zentralen Knotenpunkten beeinflussen. Das Pilotprojekt läuft in Zusammenarbeit mit zwei Logistikunternehmen und soll bis Dezember 2026 Daten liefern.
Erste Feldtests finden bereits mit den Partnern Stickel Transport und Logistik Schmitt statt. Insgesamt 40 Elektro-Lkw und 20 Schnellladestationen sind auf deren Betriebshöfen verteilt. Im Mittelpunkt steht das netzreaktive Laden, bei dem Leistung und Zeitsteuerung an die lokalen Netzbedingungen angepasst werden.
Stickel Transport setzt auf dynamische Tarife und intelligentes Laden und betreibt derzeit zehn E-Lkw, weitere sollen im Sommer folgen. Logistik Schmitt steuert das Laden über mehrere Standorte und setzt rund 50 batteriebetriebene Lkw ein. Beide Unternehmen testen Ladepläne, die in Echtzeit auf Netzdaten des Betreibers reagieren.
Neben Ladekonzepten sucht das Projekt nach Lösungen, um Netzanschlüsse zu beschleunigen. Ziel ist es, die wachsende Nachfrage durch große E-Flotten effizient zu bewältigen, ohne das Netz zu überlasten.
Die Erkenntnisse aus FlexCharge BW sollen die zukünftige Anbindung von E-Lkw-Flotten ans Stromnetz prägen. Bis Dezember 2026 will das Projekt belastbare Daten zu Netzauswirkungen und optimalen Lademethoden liefern. Die Ergebnisse könnten die Rahmenbedingungen für die Integration gewerblicher E-Fahrzeuge in ganz Deutschland beeinflussen.






