Baden-Württemberg startet digitale Parkraumkontrolle mit Rekord-Effizienz
Marko MargrafBaden-Württemberg startet digitale Parkraumkontrolle mit Rekord-Effizienz
Baden-Württemberg führt als erstes Bundesland digitale Parkraumüberwachung ein
Mit dem neuen Landesmobilitätsgesetz hat Baden-Württemberg als erstes deutsches Bundesland die digitale Parkkontrolle eingeführt. Ein Pilotversuch in Hohenheim zeigte eine sechsfache Effizienzsteigerung, wenn statt Fußstreifen ein mit Kameras ausgestattetes Fahrzeug eingesetzt wird. Das System, das Parkregeln durchsetzen und gleichzeitig persönliche Daten schützen soll, wird nun auf weitere Städte ausgeweitet.
Der Testlauf startete im Mai 2025 auf dem Campus der Universität Hohenheim – nur wenige Wochen nach Inkrafttreten des Landesmobilitätsgesetzes. Bestehende Parkscheinautomaten, die bereits Kennzeichendaten verarbeiten konnten, ermöglichten einen zügigen Beginn. Ein Scan-Fahrzeug erledigte die Kontrollen in etwa 75 Minuten – eine Aufgabe, für die eine Fußstreife bis zu sieben Stunden benötigt hätte.
Die Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg und DCX Innovations begleiteten den gesamten Datenprozess und stellten die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen sicher. Die Kennzeichen wurden verschlüsselt, persönliche Daten anonymisiert und alle Aufzeichnungen nach Abschluss der verwaltungstechnischen Verfahren gelöscht. Verkehrsminister Winfried Hermann betonte, dass das System die Verkehrssicherheit verbessern könne, indem es zugeparkte Fahrradspuren, Bushaltestellen und Halteverbotszonen freihält.
Weitere Tests sind in Heidelberg, Mannheim, Freiburg und Waldshut-Tiengen geplant. Freiburg wird die Pilotreihe Anfang 2026 abschließen und führt dazu zwei zweiwöchige Testphasen im Stadtteil Brühl durch. Die Ergebnisse aller Standorte werden in einem Leitfaden zusammengefasst, der anderen Kommunen bei der Einführung der Technologie helfen soll.
Der Pilotversuch bestätigt, dass Scan-Fahrzeuge die Kontrollzeiten deutlich verkürzen, ohne die Datensicherheit zu beeinträchtigen. Über die fünf Teststädte hinaus planen derzeit keine weiteren Kommunen die Einführung des Systems. Die Behörden werden nun die Erkenntnisse auswerten, bevor über eine flächendeckende Umsetzung in Baden-Württemberg entschieden wird.






