Baden-Württemberg rettet bedrohte Forschung mit Millionenförderung für internationale Wissenschaftler:innen
Franka MeisterBaden-Württemberg rettet bedrohte Forschung mit Millionenförderung für internationale Wissenschaftler:innen
Baden-Württemberg hat ein neues Förderprogramm in Höhe von 3,6 Millionen Euro aufgelegt, um Nachwuchswissenschaftler:innen zu unterstützen, deren Arbeit durch Unterbrechungen gefährdet ist. Die Initiative "Global Fellowships" finanziert bis zu 14 Gastforscher:innen an drei führenden Forschungseinrichtungen im Land. Ziel ist es, Stabilität für Akademiker:innen zu schaffen, deren Projekte aufgrund von Reiseverboten oder gestrichenen Fördermitteln in Gefahr sind.
Das Programm ist weltweit das erste seiner Art – Deutschland ist 2025 das einzige Land, das eine solche Unterstützung für bedrohte Forscher:innen aus den USA ausweitet.
Die Maßnahme entstand im Rahmen des Förderpakets "Global Partnership in Science", das der Landtag im September 2025 bewilligte. Drei Institute for Advanced Studies werden die Gastaufenthalte organisieren: das Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), das Zukunftskolleg der Universität Konstanz und das College of Fellows der Universität Tübingen. Diese Einrichtungen bieten den Stipendiat:innen eine strukturierte Arbeitsumgebung.
Die ausgewählten Wissenschaftler:innen profitieren von einem institutsübergreifenden Programm mit fachlicher Weiterbildung, Workshops und Sprachkursen. Die Initiative ermöglicht es ihnen, ihre Forschung eigenständig fortzusetzen und gleichzeitig von den interdisziplinären Netzwerken Baden-Württembergs zu profitieren. Die ersten Fellows könnten bereits im Frühjahr 2026 ihre Tätigkeit aufnehmen; die Förderung deckt bis zu zwei Forschungsjahre ab.
Die 3,6 Millionen Euro sind Teil eines größeren 24-Millionen-Euro-Förderpakets, das in drei Runden vergeben wird. Laut Alexander-von-Humboldt-Stiftung stiegen die Bewerbungen von US-Forscher:innen für deutsche Programme 2025 um 32 Prozent – ein deutlicher Hinweis auf den wachsenden Bedarf an solcher Unterstützung. Kein anderes Land hat bisher ein vergleichbares Programm für gefährdete Wissenschaftler:innen aus den USA aufgelegt, was die Einzigartigkeit des baden-württembergischen Ansatzes unterstreicht.
Die Stipendien ermöglichen es 14 Forscher:innen, ihre Projekte unter sicheren Bedingungen fortzuführen. Durch die Einbindung in die akademische Landschaft Baden-Württembergs stärkt das Programm sowohl individuelle Karrierewege als auch den Forschungsstandort. Die erste Kohorte soll Anfang 2026 starten; weitere Förderrunden sind in den kommenden Jahren geplant.






