Apotheker verliert Approbation nach jahrelangem Betrug und Pflichtverstößen
Franka MeisterApotheker verliert Approbation nach jahrelangem Betrug und Pflichtverstößen
Ein Apotheker hat nach Jahren des Betrugs und beruflicher Pflichtverletzungen seine Approbation verloren. Das Verwaltungsgericht Frankfurt urteilte, dass sein Handeln das öffentliche Vertrauen in den Berufsstand schwer beschädigt habe. Die Entscheidung folgte auf eine lange Geschichte von Abrechnungsbetrug und Verstößen gegen Vorschriften.
Der Fall begann im Jahr 2010, als der Apotheker das bereits wegen Betrugsverdachts untersuchte Geschäft seines Bruders übernahm. Statt die Praktiken zu bereinigen, setzte er die Abrechnung von Rezepten fort, die nie eingelöst worden waren. Innerhalb von drei Jahren deckten Ermittler 65 Betrugsfälle auf, durch die dem System über 1,6 Millionen Euro entzogen wurden.
Die Aufsichtsbehörden erwogen bereits 2015, ihm die Approbation zu entziehen, verschoben die Maßnahme jedoch bis zum Abschluss des Strafverfahrens. Der Apotheker stellte die Machenschaften Ende 2013 ein und erstattete später die veruntreuten Gelder zurück. Doch das Gericht wertete sein Geständnis und die Rückzahlung als zu wenig und zu spät.
Weitere Vorfälle traten 2021 zutage, darunter unsachgemäße COVID-19-Tests und mangelnde Hygienestandards. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass diese wiederholten Verstöße auf kriminelle Absicht und eine klare Verletzung der Berufspflichten hindeuteten.
Die Approbation des Apothekers wurde schließlich am 2. Februar 2022 offiziell entzogen. Das Gericht betonte, dass korrekte Abrechnungspraktiken eine grundlegende Pflicht von Apothekern seien und solches Fehlverhalten das Vertrauen der Patienten tiefgreifend untergrabe. Das Urteil ist damit rechtskräftig und beendet den Fall.






