Apotheken fürchten Kostenexplosion durch auslaufende Tarifverträge bis 2026
Juan MentzelApotheken fürchten Kostenexplosion durch auslaufende Tarifverträge bis 2026
Apotheken in ganz Deutschland stehen vor steigenden Kosten, da Tarifverträge bald auslaufen. Mehrere zentrale Vereinbarungen enden 2026 und erzwingen neue Verhandlungen. Arbeitgeber warnen, dass weitere Lohnerhöhungen die finanzielle Belastung deutlich verschärfen könnten.
Zum 1. Januar 2026 trat bereits eine tarifliche Lohnerhöhung von drei Prozent in Kraft, die Apotheken im Schnitt mit 9.500 Euro zusätzlichen Jahreskosten belastet. Zudem stieg der gesetzliche Mindestlohn im Sommer 2024 auf 13,90 Euro, was pro Apotheke etwa 700 Euro mehr im Jahr bedeutet.
Der aktuelle Adexa-ADA-Tarifvertrag läuft bis zum 31. Dezember 2026. In Sachsen endet die Apotheken-Lohnvereinbarung zum gleichen Zeitpunkt. Dagegen läuft der Vertrag in Nordrhein-Westfalen mit dem Tarifverband der Leitenden Apothekenangestellten (TGL) bereits früher aus – am 30. Juni 2026.
Wie Adexa-Vorstandsmitglied Andreas May bestätigte, werden nach Ablauf dieser Verträge neue Tarifgespräche aufgenommen. Arbeitgebervertreter, darunter die Treuhand Hannover, haben bereits vor der wachsenden finanziellen Belastung gewarnt. Zudem steht zum 1. Januar 2027 eine weitere Erhöhung des Mindestlohns auf 14,60 Euro an – ein Plus von 17,6 Prozent gegenüber Anfang 2024.
Da 2026 mehrere Tarifverträge auslaufen, müssen sich Apotheken auf neue Verhandlungen einstellen. Die Kombination aus höheren Mindestlöhnen und tariflichen Steigerungen wird die jährlichen Kosten weiter in die Höhe treiben. Die Arbeitgeber stehen nun vor der Herausforderung, diese finanziellen Anforderungen zu bewältigen, ohne den Betrieb zu gefährden.






