Zwei neue Unternehmen revolutionieren Ladeinfrastruktur für E-Autos in Südwestdeutschland
Juan MentzelZwei neue Unternehmen revolutionieren Ladeinfrastruktur für E-Autos in Südwestdeutschland
Zwei neue Unternehmen treiben Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos in Südwestdeutschland voran
In Südwestdeutschland haben zwei neue Unternehmen ihre Arbeit aufgenommen, um den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zu beschleunigen. Ecowerk e-charge startete Mitte 2024 in Tübingen, während Ladestationen Südwest (LSG) zu Beginn des Jahres 2025 in Zweibrücken gegründet wurde. Beide setzen sich zum Ziel, bestehende Hürden für die Elektromobilität zu überwinden – von lückenhaften Ladestationen bis hin zu Vorbehalten der Verbraucher gegenüber Kosten und Reichweite.
Die Stadtwerke Tübingen gründeten Ecowerk e-charge im Juli 2024 als Tochterunternehmen, um den Ausbau öffentlicher Lademöglichkeiten in Tübingen und der Umgebung voranzutreiben. Zu den Zielen des Unternehmens gehören der Aufbau eines dichten Netzes an Ladestationen, die Einführung eigener Tarifmodelle sowie die Abrechnung von Dienstleistungen für andere Betreiber. Zudem entwickelt Ecowerk e-charge Ladelösungen für Unternehmen und Wohnprojekte. Wie Geschäftsführer Ortwin Wiebecke erläutert, bündelt die neue Struktur Vertrieb, Betrieb und Abrechnung in einer Abteilung, was zu kürzeren Bearbeitungszeiten und höherer Effizienz führe.
Wiebecke betonte, dass Elektrofahrzeuge in den Gesamtkosten über den gesamten Besitzzeitraum hinweg mittlerweile in fast allen Fahrzeugklassen mit Benzin- und Dieselmodellen gleichziehen oder diese sogar unterbieten. Durch verbesserte Batterietechnik und schnellere Ladezeiten seien sie für die meisten Fahrer eine praktikable Alternative.
In Zweibrücken wurde LSG im Januar 2025 ins Leben gerufen, mit den Stadtwerken Zweibrücken als Minderheitsgesellschafter sowie sieben weiteren regionalen Versorgern als Partner. Das Unternehmen betreibt bereits über 300 Ladestationen und finanziert sein Wachstum über Nutzungsgebühren und Roaming-Kooperationen. Sophie-Charlotte Knecht, Mitgeschäftsführerin von LSG, verwies auf anhaltende Herausforderungen wie hohe Anschaffungspreise für Fahrzeuge, Reichweitenängste und die ungleichmäßige Versorgung mit Ladestationen in ländlichen Gebieten.
Beide Initiativen entstehen vor dem Hintergrund des Energiewirtschaftsgesetzes, das Netzbetreibern in Deutschland untersagt, öffentliche Ladestationen zu betreiben – und Energieversorger damit zwingt, für diesen Zweck eigenständige Tochtergesellschaften zu gründen.
Die beiden neuen Unternehmen konzentrieren sich nun darauf, die Infrastruktur auszubauen und den Zugang für Fahrer zu vereinfachen. Gelingt dies, könnte die Abhängigkeit von Verbrennern in der Region sinken. Gleichzeitig müssen Netzbetreiber aufgrund der gesetzlichen Vorgaben weiterhin über unabhängige Gesellschaften agieren, um Ladeinfrastruktur weiter auszubauen.






