25 April 2026, 14:35

Zufit Simon eröffnet Best OFF Festival mit radikalem Fight Club

Ein Buchumschlag mit einer leuchtenden Illustration einer Gruppe tanzender Frauen in energischen, synchronen Posen mit detaillierter Kleidung und Gesichtsmerkmalen.

Zufit Simon eröffnet Best OFF Festival mit radikalem Fight Club

Choreografin Zufit Simon eröffnet Hannovers Best OFF Festival für Independent-Theater mit Fight Club

Am 23. April wird die Choreografin Zufit Simon das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover mit ihrer neuesten Arbeit Fight Club eröffnen. Das Stück markiert eine kühne Wende in ihrer künstlerischen Ausrichtung – hin zu Kampf und maskuliner Energie. Die 45-jährige Simon, die seit Jahrzehnten mit Tanz und Performance Erwartungen herausfordert, bricht damit bewusst mit früheren Arbeiten.

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Geboren 1980 in Israel, zog Simon vor 25 Jahren nach Deutschland und stand 2002 erstmals auf der Bühne. Ihr Debüt gab sie in Turm zu Babel, einer Produktion der Company CobosMika in München. Seitdem hat sie sich in drei prägenden Städten etabliert: München, Braunschweig und Berlin.

Ein früher Förderer ihrer Arbeit war Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig. Das Studio unterstützte sie von Anfang an bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Projekte. Doch die Rahmenbedingungen für freies Theater sind schwieriger geworden: 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur die konzeptionelle Förderung. 2024 musste das LOT Theater in Braunschweig wegen Insolvenz schließen.

Simons Choreografien spielen oft mit Verwirrung und Subversion. Kritiker beschreiben ihren Stil als präzise und doch explosiv – wie die molekulare Küche, bei der jedes Element für sich steht, sich aber zu etwas Unerwartetem verbindet. Mit Fight Club geht sie noch einen Schritt weiter in Richtung roher Körperlichkeit und Konfrontation.

In diesem Jahr wurde sie für ihr Lebenswerk mit dem Münchner Tanzpreis ausgezeichnet – eine Würdigung für eine Karriere, die von kompromissloser Experimentierfreude und der Weigerung, Konventionen zu folgen, geprägt ist.

Die Uraufführung von Fight Club erfolgt zu einer Zeit, in der das unabhängige Theater unter wachsendem finanziellen Druck steht. Während Spielstätten wie das LOT Theater verschwinden, entwickelt Simon ihre Arbeit weiter. Die Festivaleröffnung in Hannover wird ihre jüngste Auseinandersetzung mit Bewegung, Konflikt und Neuerfindung zeigen.

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