Zahnärzte in Berlin und Brandenburg fürchten um ihre Rente nach riskanten Fondsverlusten
Franka MeisterZahnärzte in Berlin und Brandenburg fürchten um ihre Rente nach riskanten Fondsverlusten
Rund 11.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen blicken besorgt in ihre finanzielle Zukunft: Ihre Altersvorsorge steht auf dem Spiel. Auslöser der Krise sind hochriskante Investitionen ihrer Zahnärzteversorgung, die die Hälfte ihres Gesamtvermögens einbüßte. Ein mit dem Fonds verbundener Versicherer, die Element, hat bereits Insolvenz angemeldet, während andere Beteiligungen weiter in die Verlustzone rutschen.
Die Verluste der Versorgungseinrichtung erreichten alarmierende Ausmaße, nachdem eine Reihe spekulative Anlageentscheidungen schiefgingen. Der damalige Vorsitzende des Verwaltungsausschusses verteidigte das Vorgehen und beteuerte, jede Investition sei in einem mehrstufigen, fachlich abgesicherten Prüfverfahren bewertet worden. Dennoch wurde er im April abberufen – eine Entscheidung, die nun vor Gericht angefochten wird.
Das Abberufungsverfahren funktioniert dabei wie ein Misstrauensvotum und basiert auf demokratischen Prinzipien. Das Verwaltungsgericht Berlin urteilte später, dass ein Vertrauensverlust in die Führung des Vorsitzenden die Absetzung rechtfertigen könne – vorausgesetzt, die Entscheidung sei nicht willkürlich oder strafend motiviert. Zunächst hatte die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege die Entlassung für rechtswidrig erklärt, doch weitere Schritte zur Rücknahme blieben aus.
Der Zusammenbruch der Zahnärzteversorgung wirft tausende Existenzfragen auf: Mit der Hälfte des Fondsvermögens verloren und laufenden Rechtsstreitigkeiten hängt die Zukunft nicht nur der finanziellen Absicherung der Betroffenen, sondern auch des abberufenen Vorsitzenden in der Schwebe. Der Fall wirft zudem grundsätzliche Fragen zur Kontrolle von Pensionsfonds-Investitionen auf.






