Warum Berlins "Linkssteher" die Geduld der Pendler auf die Probe stellen
Juan MentzelWarum Berlins "Linkssteher" die Geduld der Pendler auf die Probe stellen
Berlin tickt nach eigenem Takt – eine Stadt, in der Zeit wie eine inoffizielle Währung wirkt. Doch mitten im hektischen Treiben bremst eine kleine Gewohnheit alles aus: Menschen, die auf der linken Seite der Rolltreppen stehen und damit diejenigen blockieren, die es eilig haben.
Die ungeschriebene Regel in Berlin ist simpel: Stehen rechts, gehen links. So bleibt der Fluss für Pendler in Bewegung, die gegen die Uhr kämpfen. Doch manche ignorieren sie einfach.
Der Autor nennt diese Regelbrecher „Linkssteher“ – jene, die auf der schnellen Spur verharren und andere zwingen, sich um sie herumzuschlängeln. Die Frustration ist nachvollziehbar: In einer Stadt, in der jede Sekunde zählt, kann eine einzige reglose Person Dutzende aufhalten. Die Lösung, so der Vorschlag, ist denkbar einfach: Wer nicht laufen will, sollte stattdessen die Treppe nehmen.
Diese Gewohnheit offenbart Berlins Widersprüche – ein Mix aus Hektik und Gleichgültigkeit. Die Rolltreppe wird zum Mikrokosmos der Stadt: Manche stürmen vorwärts, andere bleiben stehen, ahnungslos gegenüber dem Chaos hinter sich.
Die Debatte um die Linkssteher wird so schnell nicht enden. Doch die Botschaft ist klar: Eine kleine Verhaltensänderung könnte den Alltag reibungsloser machen. Vorerst werden die Berliner weiter ausweichen – oder seufzend an jenen vorbeiziehen, die sich auf der falschen Spur breitmachen.






