Waldkirch diskutiert Schließung des Grundbuchamts wegen sinkender Nachfrage
Juan MentzelWaldkirch diskutiert Schließung des Grundbuchamts wegen sinkender Nachfrage
Der Gemeinderat von Waldkirch wird am 25. März 2026 entscheiden, ob das örtliche Grundbuchamt geschlossen wird. Der Vorschlag folgt einem deutlichen Rückgang der Nachfrage: Die Anzahl der Anfragen sank von über 100 im Jahr 2015 auf nur noch 37 im vergangenen Jahr. Die Verwaltung argumentiert, dass der Service nicht mehr wirtschaftlich tragbar sei.
Das Grundbuchamt verzeichnet seit Jahren rückläufige Nutzungszahlen. Während die Mitarbeiter 2015 noch mehr als 100 Auszüge bearbeiteten, waren es 2025 nur noch 37. Jede Anfrage kostet zwar 10 Euro, erfordert jedoch eine halbe Stunde Arbeitszeit – was den Betrieb unwirtschaftlich macht.
Die Verwaltung empfiehlt eine möglichst baldige Schließung. Rechtlich ist das Amt nicht vorgeschrieben, und sein Erhalt bindet überproportional Personal- und Organisationsressourcen. Zudem bringen der Umgang mit sensiblen Grundstücksdaten und die damit verbundenen bürokratischen Hürden zusätzliche Belastungen mit sich.
Bürger können Grundbuchauszüge bereits jetzt online über das Amtsgericht Emmendingen beantragen. Eine Schließung des lokalen Amtes würde den Verwaltungsaufwand verringern und die Notwendigkeit spezieller Sachbearbeiterstellen entfallen lassen. Die endgültige Genehmigung liegt jedoch beim Justizministerium Baden-Württemberg. Bei einer Bewilligung würde die Schließung entweder zum 30. Juni oder zum 31. Dezember des gewählten Jahres in Kraft treten.
Die Entscheidung des Gemeinderats wird darüber bestimmen, ob das Amt Mitte oder Ende 2026 schließt. Bei einer Zustimmung wären die Bürger künftig vollständig auf das Online-System des Amtsgerichts für Grundbuchanfragen angewiesen. Ziel des Schrittes ist es, Abläufe zu optimieren und die Kosten für die Stadt zu senken.






