Wenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Von Würstchen bis Dürer: Wie deutsche Ampeln lokale Kultur zeigen
Fußgängerampeln in mehreren deutschen Städten erhalten einen lokalen Touch. Statt der üblichen grünen Figur zeigen manche Ampeln nun regionale Symbole – von Würsten bis zu berühmten Künstlern. Der Trend hat seit 2017 an Fahrt aufgenommen, obwohl Behörden Bedenken wegen der Sicherheit und Klarheit äußern.
Eine der neuesten Ergänzungen ist Hof, wo bald der beliebte Würstchenverkäufer der Stadt, der Wärschtlamo, auf den Ampeln zu sehen sein wird. Das Projekt scheiterte zunächst an Ablehnung, wurde später aber genehmigt und reiht sich damit in eine Liste kreativer Designs im ganzen Land ein.
Die Idee thematischer Fußgängersignale gewann erstmals 2016 an Bedeutung, als Mainz seine Mainzelmännchen einführte – die animierten TV-Figuren, die vielen Deutschen vertraut sind. Bis 2019 hatte die Stadt das Design auf elf verschiedene Standorte ausgeweitet. Andere Städte zogen schnell nach: Trier führte 2018 eine Silhouette von Karl Marx ein, während Hameln im folgenden Jahr eine Figur des Rattenfängers installierte. Friedberg ehrte 2018 sogar Elvis Presley mit einer Ampel und erinnerte damit an seine Stationierungszeit in der Stadt während seines Militärdienstes.
Besonders begeistert hat sich Bayern dem Trend angeschlossen. München verfügt mittlerweile über drei Pumuckl-Ampeln, inspiriert von dem schelmischen fiktiven Kobold. Straubing zeigt den Bruder Straubinger, eine lokale Faschingsfigur, und in Dachau tragen die Ampelmännchen traditionelle bayerische Tracht. Das Kasperl-Signal in Augsburg, nahe dem Puppentheater, erforderte eine Sondergenehmigung der schwäbischen Landesregierung. Währenddessen präsentieren Nürnberger Ampeln Albrecht Dürers Feldhase – ein Verweis auf das künstlerische Erbe der Stadt. In Deggendorf wartet man darauf, dass eine Knödel werfende Frau auf Grün springt.
Nicht alle stehen dem Wandel positiv gegenüber. Das bayerische Innenministerium argumentiert, dass Verkehrssignale sofort erkennbar sein müssen, um Verwirrung zu vermeiden. Die Regeln im deutschen Straßenverkehrsgesetz und den zugehörigen Richtlinien setzen strenge Standards, auch wenn Landesregierungen gelegentlich Ausnahmen zulassen. Trotz dieser Bedenken ist die öffentliche Resonanz weitgehend positiv: Anwohner begrüßen die verspielten Designs als Ausdruck lokaler Identität.
Mindestens acht weitere Städte haben ähnliche Projekte umgesetzt, darunter Saarbrücken mit seiner Saarlodri-Figur. Weitere sind für 2025 und 2026 geplant. Die Bewegung spiegelt ein breiteres Bestreben wider, alltägliche Infrastruktur mit kulturellem Stolz zu verbinden – selbst wenn dafür zunächst bürokratische Hürden überwunden werden müssen.
Thematische Ampeln sind inzwischen ein kleiner, aber auffälliger Bestandteil des deutschen Stadtbilds. Städte wie Hof, Nürnberg und München haben Fußgängersignale in Miniaturfeiern der lokalen Kultur verwandelt. Zwar bleiben Sicherheitsbedenken bestehen, doch die wachsende Zahl an Designs deutet darauf hin, dass der Trend vorerst bleibt – zumindest dort, wo Beamte bereit sind, die Regeln zu lockern.






