VBU warnt vor fatalen Folgen einer Minijob-Reform für Wirtschaft und Arbeitnehmer
Juan MentzelVBU warnt vor fatalen Folgen einer Minijob-Reform für Wirtschaft und Arbeitnehmer
Der Verband Badischer Unternehmen und Organisationen (VBU) hat die Bundesregierung aufgefordert, ihre Pläne zur Reform des deutschen Minijob-Systems fallen zu lassen. Die Warnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Beamte Änderungen der Regeln für geringfügige Beschäftigung prüfen, ohne dass bisher eine endgültige Entscheidung getroffen wurde.
Der VBU argumentiert, dass Minijobs für Branchen wie das Handwerk, mittelständische Unternehmen, den Einzelhandel, die Gastronomie und den Sozialsektor unverzichtbar seien. Diese Arbeitsverhältnisse ermöglichten es Betrieben, saisonale Spitzenzeiten und kurzfristige Personalengpässe zu bewältigen. Eine Abschaffung oder Einschränkung würde laut Verband die Fachkräftelücke weiter vertiefen und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.
Die Streichung der Minijobs könnte zudem zu höheren Kosten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber führen – der VBU spricht von einer „versteckten Steuer- und Abgabenbelastung“. Das aktuelle System leiste bereits durch pauschale Abgaben einen erheblichen Beitrag zur Sozialversicherung.
Besonders betroffen von den Reformen wären laut Verband Studierende, Rentner, Teilzeit-Eltern, Pflegekräfte und Nebenverdiener. Statt die Pläne voranzutreiben, fordert der VBU die Regierung auf, Bürokratie abzubauen und die Belastungen für Unternehmen zu verringern.
In seiner Stellungnahme betont der VBU die Risiken einer Minijob-Reform ohne klare Vorteile. Unternehmen in Schlüsselbranchen könnten vor noch größeren Personalproblemen stehen, während Arbeitnehmer, die auf flexible Beschäftigungsmodelle angewiesen sind, weniger Optionen hätten.
