Uwe Steimle kehrt mit skurriler Ost-Krimi-Serie auf Telegram zurück
Uwe Steimle, der ostdeutsche Kabarettist, kehrt nach 15 Jahren Pause vom Polizeiruf 110 ins Krimi-Fernsehen zurück. Seine neue Serie Volkspolizeiruf Tatort Ost feiert Premiere auf ausgewählten Telegram-Kanälen. Im Mittelpunkt stehen Verbrechen an Ostdeutschen – angeblich begangen von Westdeutschen oder Migranten. Steimle spielt den schrulligen Kommissar Bemme, unterstützt von zwei Assistenten, Sahra und Egon.
Die Pilotfolge mit dem Titel Mord unter der Windkraftanlage umfasst ungewöhnliche 11.000 Seiten. Die Handlung verbindet eine Windturbine, ein verstecktes unterirdisches Labyrinth und einen Kraken, dem allwissende Fähigkeiten nachgesagt werden. Hinter den Kulissen kam es zu Spannungen, als Steimle während einer Presseveranstaltung mit dem Drehbuchautor Uwe – ebenfalls ein Uwe – über Drehbuchänderungen aneinandergeriet.
Die Veranstaltung selbst war nur spärlich besucht, einzig der Pieschener Anzeiger war vor Ort. Später wurden die Reporter des Blattes von Sicherheitskräften entfernt, was die Kontroverse weiter anheizte. Steimle wirft den etablierten Medien seitdem vor, ihn trotz seiner zentralen Rolle im Projekt zu ignorieren.
Die Serie entsteht als direkte Reaktion auf die Entscheidung des MDR, die Produktion neuer Tatort- und Polizeiruf-Folgen wegen Budgetkürzungen auszusetzen. Produzent Holger Friedrich plant eine eigene Streaming-Plattform für ostdeutsche Zuschauer nach Netflix-Vorbild. Doch über die Reichweite gibt es Uneinigkeit: Einige Förderer fordern eine Ausdehnung von Lissabon bis Wladiwostok, andere bestehen auf einer Beschränkung auf die Grenzen von 1937.
Die erste Folge von Volkspolizeiruf Tatort Ost erscheint zunächst auf Telegram und umgeht damit die klassischen Sender. Friedrichs Streaming-Pläne bleiben vorerst ungewiss, zerrieben zwischen konkurrierenden Visionen über den geografischen Zuschnitt. Für Steimle markiert die Serie jedenfalls ein Comeback im Krimi-Genre – und einen Affront gegen die Ausgrenzung durch die Mainstream-Medien.






