Traditionsunternehmen Wehrle-Werk AG meldet überraschend Insolvenz an
Marko MargrafTraditionsunternehmen Wehrle-Werk AG meldet überraschend Insolvenz an
Wehrle-Werk AG stellt Insolvenzantrag
Die Wehrle-Werk AG, ein traditionsreiches Familienunternehmen mit Sitz in Emmendingen, Baden-Württemberg, hat Insolvenz angemeldet. Das 164 Jahre alte Unternehmen, bekannt für seine Umwelttechnologien und großindustriellen Komponenten, gab den Schritt am 25. August 2024 bekannt. Unternehmenschef Axel Buchholz bezeichnete die Entscheidung als "unausweichlich" nach monatelangen finanziellen Belastungen.
Die Probleme des Konzerns begannen im Mai 2024, als ein Cyberangriff die Produktions- und Kommunikationssysteme lahmlegte. Diese Störung traf Wehrle-Werk in einer Phase, in der das Unternehmen bereits mit einem drastischen Rückgang der Aufträge kämpfte. In den vergangenen fünf Jahren war sein Marktanteil in Deutschland von etwa acht auf fünf Prozent geschrumpft – unter Druck durch Konkurrenten wie Hitachi Zosen Inova, Veolia und SUEZ. Diese setzten auf digitale Innovationen und Lösungen für die Kreislaufwirtschaft, während chinesische Firmen wie Everbright mit Niedrigpreisen in dem wachsenden Sektor konkurrierten.
Die traditionelle thermische Verarbeitungstechnologie von Wehrle-Werk geriet zusätzlich unter Druck durch die Vorgaben des EU Green Deal und den Trend zu KI-gestützter Optimierung. Trotz dieser Herausforderungen sind von der Insolvenz die Tochtergesellschaften des Unternehmens nicht betroffen. Die Mitarbeiter erhalten vorerst weiterhin Löhne über das Insolvenzgeld, während das Unternehmen nach Stabilität sucht.
Der Rechtsanwalt Marc-Philippe Hornung wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Gemeinsam mit der Unternehmensführung prüft er nun Sanierungsoptionen, um die Zukunft von Wehrle-Werk zu sichern.
Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird sich zeigen, ob das Unternehmen gerettet werden kann oder ob eine Zerschlagung der Vermögenswerte notwendig wird. Bis auf Weiteres läuft der Betrieb unter Aufsicht weiter, mit dem Ziel, die Finanzen zu konsolidieren. Das Ergebnis wird sich auf fast 200 Arbeitsplätze am Standort Emmendingen und die gesamte Umwelttechnologiebranche auswirken.






